Vorsorge
Deutsche wollen weniger sparen

Die Sparfreude der Deutschen hat sich in der Finanzkrise noch verstärkt. Im ersten Halbjahr stieg die Sparquote laut statistischem Bundesamt auf einen Höchststand. Doch die zunehmende Unsicherheit drückt auf die Budgets der Haushalte. Künftig wollen viele Deutsche daher kein Geld mehr zurücklegen.

HB BERLIN. Angesichts der Finanz- und Wirtschaftskrise planen viele Deutsche Einschnitte beim Sparen. Nur noch 44,5 Prozent der Haushalte wollen künftig Geld zurücklegen, ergab eine Umfrage des Verbands der Privaten Bausparkassen. Dies sei der niedrigste Stand seit 1997. Vor einem Jahr hatte der Wert noch bei 50,4 Prozent gelegen. Einen drastischen Einbruch verzeichnete das Sparmotiv "Kapitalbildung", das nur noch 26 Prozent als Grund nannten, nachdem es Ende 2007 knapp 50 Prozent gewesen waren. Zweck Nummer eins bleibt die Altersvorsorge vor größeren Anschaffungen und dem Wohneigentum.

Befragt wurden laut Verband gut 2000 Bundesbürger über 14 Jahre. Während die Erhebung das aktuelle und künftige Sparverhalten abfragt, ist die Sparquote dem Bausparkassen-Verband zufolge Ausdruck der zurückliegenden Spargewohnheiten. Die vom Statistischen Bundesamt ermittelte Sparquote war im ersten Halbjahr auf den Höchststand von 11,3 Prozent gestiegen.

Bei einer ähnlichen Umfrage der Arag war kürzlich herausgekommen, dass mehr als ein Drittel der Selbständigen ihre Ersparnisse in Gefahr sehen. Ebenfalls sinkt bei ihnen die Bereitschaft, für das Alter vorzusorgen, rapide: 8,3 Prozent der Selbstständigen wollen im kommenden Jahr Vorsorge für das Alter treffen. Im vergangenen Jahr bejahten noch 37,8 Prozent dieser Gruppe ein Engagement für die eigene Altersvorsorge, befragt wurden jeweils 1.000 Deutsche.

62,1 Prozent der Befragten beim Arag Deutschland Trend glauben, dass das Vertrauen in die Banken weiter sinken wird. 37 Prozent befürchten, dass ihre Ersparnisse (Sparguthaben und Geldanlagen) in Gefahr sind. Besonders drastisch fällt dieser Wert in Ostdeutschland aus. Dort glauben 56,3 Prozent der Befragten, dass ihr Geld nicht mehr sicher ist. In Westdeutschland liegt dieser Wert bei 32,2 Prozent.

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