Gastbeitrag
Wie die Zypern-Rettung gelingen kann

Die Zeit für Zypern wird knapp: Bis Montag muss ein Rettungsplan vorlegen. Derzeit kursieren viele Lösungsvorschläge. Doch nicht jede Idee ist geeignet, den taumelnden Krisenstaat vor dem Absturz zu bewahren.
  • 22

Zyperns Parlament hat die Blaupause für die Rettung des Landes abgelehnt und sucht nun nach einem Plan B. Manche vermuten, hier würde hoch gepokert. Und in der Tat sollte die Eurogruppe sich nicht erweichen lassen. Denn der Eigenanteil von 5,8 Milliarden Euro am Hilfspaket, den die Eurogruppe einfordert, ist vor allem aus zwei Gründen gerechtfertigt:

Erstens würde ohne ihn der zypriotische Staat durch die nötige Bankenrettung überschuldet sein. Der IWF würde sich dann verabschieden und eigentlich dürften auch die Eurostaaten einem insolventen Staat keine Liquiditätshilfen gewähren.

Zypern hat zum anderen sein Geschäftsmodell auf ein deutlich überdimensioniertes Bankensystem aufgebaut und ist damit bewusst Risiken eingegangen. Wie bei jeder Versicherung ist auch bei der Hilfe der Europartner eine Selbstbeteiligung nötig.

Zwar sind die zypriotischen Banken nicht zuletzt durch den griechischen Schuldenschnitt ins Wanken geraten. Doch wohl auch deshalb will die Eurogruppe Zypern ja auch ein Hilfspaket gewähren, obwohl man begründete Zweifel an der Systemrelevanz des Landes haben kann. Wenn die Finanzstabilität der Eurozone bei einer Zypernkrise nicht als gefährdet angesehen werden muss, gäbe es eigentlich auch keine Rechtfertigung für ein Hilfspaket. Zypern kann also eigentlich sehr froh über das Entgegenkommen sein.

Die Europartner sollten auch deshalb hart bleiben, weil sie ansonsten die gesamte Rettungsstrategie gefährden, die ja darauf aufbaut, dass Hilfen nur gegen sinnvoll Auflagen vergeben werden. Wenn klar ist, dass man sich nur lange genug stur stellen muss, bis die Eurogruppe einknickt, wäre das ein fatales Signal – und eine Einladung an die anderen Krisenländern, diese Strategie auch zu verfolgen.

Kommentare zu " Gastbeitrag: Wie die Zypern-Rettung gelingen kann"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Die wohl charmanteste Lösung
    ---------------------
    Die charmanteste Lösung sehr geehrter Herr Mathes, wärde endlich das Beenden des unseligen Euro

  • Wie Zypern gerettet werden kann? Na, genau so wie Island. Die Banken dort braucht man nicht zu retten. Das war in Island nicht nötig, und ist es ist auch in Zypern nicht.

    Das haben die Isländer nachgewiesen.

    Was ist nur passiert mit dem Liberalismus, dass derjenige, der abgewirtschaftet und sich verzockt hat, auf gar keinen Fall mehr pleite gehen soll?

    Selbstverständlich soll er das. Muss er sogar. Schon um endlich Platz zu schaffen für Leute, die vernünftig wirtschaften. Sonst geht das ja ewig so weiter.

  • >>>Sollte man auch mal thematisieren.<<<

    Ja, aber auch, dass alles was z.B. in Deutschland Rang und Namen hat, wie VW oder Siemens, ebenfalls alles tun um Steuern zu vermeiden.

    Vor etwa 1 Woche lief hierzu eine nette Doku auf ARTE. Thema waren im Speziellen die Caymans. Link habe ich leider nicht.

    "Wir" sind kein Stück besser ! ...Eher schlimmer.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%