So entlassen Sie Mitarbeiter
„Kurz und schmerzlos ist es am besten“

Stellenabbau und Sparprogramme stehen etwa bei Siemens, BASF, Lanxess oder Evonik an. Wer die heikle Botschaft überbringt, muss auch unter Druck souverän bleiben. Ein Berater gibt Tipps für stressige Personalgespräche.
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Wenn Firmen sanieren oder sparen, muss die Nachricht irgendwann den Mitarbeitern überbracht werden: mal im Vier-Augen-Gespräch, mal in kleinen Gruppen oder auf einer Betriebsversammlung. Der Druck ist in dieser Situation für die Beteiligten groß – vor allem, wenn Presse oder Politik ins Spiel gebracht werden.

Die Emotionen kochen dann schnell hoch und die Botschaft wird persönlich genommen. Wie können ich Manager in solchen Situationen souverän verhalten und emotional dennoch aus der Schusslinie bleiben?

Entscheidend für die auf andere Menschen ist dabei auch die Körpersprache und Betonung. Wenn Sie wollen, dass der andere Ihre Aussage als glaubwürdig aufnimmt, kommt es auf eine monotone, flache Stimmlage an und am Satzende muss die Betonung runtergehen.

Das Kinn sinkt auf der letzten Silbe ebenfalls ein Stück nach unten. Sie kennen dieses Stimm-Muster zum Beispiel von einem Piloten. Beim Zuhören sitzen Sie schweigend da und machen keine zustimmenden Laute.

Manager berichten mit immer wieder, dass es ihnen schwerer fällt, dominant wirkenden Menschen eine heikle Botschaft zu übermitteln. Der typischste „Fehler“ ist dann, dass sie in eine schwach wirkende Körpersprache abrutschen. Der Blick senkt sich betroffen oder der Kopf neigt sich leicht zur Seite. Dadurch verändert sich meistens auch die Stimme. Sie ist dann nicht mehr bestimmt, sondern bekommt eine leicht auf- und absinkende Tonlage und die Betonung geht am Satzende hoch. Dadurch geht aber der Respekt in den Augen des dominanten Gesprächspartners verloren.

Damit Manager als würdiger Gesprächsgegner wahrgenommen werden, ist es entscheidend, dass sie im Piloten-Modus bleiben. Dazu gehört, bei der Kernbotschaft den Blickkontakt zu halten – ähnlich wie bei zwei Boxern, die sich vor dem Kampf Auge in Auge gegenüberstehen. Damit das unter Druck gelingt, müssen Manager ihre Körpersprache üben.

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„Kurz und schmerzlos ist es am besten“

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Die Botschaft an den Gegenüber anpassen

Kommentare zu " So entlassen Sie Mitarbeiter: „Kurz und schmerzlos ist es am besten“"

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  • ein Klugsch...
    genauso wie "kurz & schmerzlos" ihr, die meisten Berater seid, nicht wahr?
    Diese Ratschäge können Sie für sich selbst behalten, vielleicht brauchen Sie die mal

  • Der Autor mag ein zum Ziel führender Unternehmensberater sein, als Kommunikationsberater hat er allerdings eklatante Schwächen.

  • Der Mann hat Recht und die Reaktionen zeigen nur einmal mehr, wie realitätsverweigend viele Menschen unterwegs sind.
    Ich habe selbst Erfahrung mit solchen Gesprächen im guten wie im Schlechten gesammelt und kann aus eigener Erfahrung nur sagen, dass ausgedrücktes und sichtbares Mitgefühl (nicht Kälte) für alle Beteiligten die ohnehin besch... Situation nur verschlimmern. Diesen Anfängerfehler habe ich nur einmal gemacht.
    Natürlich ist es viel leichter das richtige Verhalten zu beschreiben als es in der Realität auch umzusetzen. Darüber sollte diese scheinbar einfache Darstellung nicht hinwegtäuschen.

    Man kann selbstverständlich daran zweifeln, ob die Fakten, die diese unternehmerische Entscheidung erzwungen haben, mehr mit der Persönlichkeit des Managements zu tun haben, als tatsächlich mit den theoretisch möglichen betriebswirtschaftlichen Fakten bei einer anderen Stellenbesetzung.
    Das ist aber in einer solchen Situation ohne Belang.
    Das berührt eher grundsätzlich die Frage, wen halten wir für führungsfähig und welche sichtbaren Kriterien werden dafür angelegt. Auch stellt sich die Frage eher weit im Vorfeld inwieweit die Interessenlage der Eigentümer nicht Deckungsgleich mit denen des Unternehmens sind. Das berührt den Rechtsrahmen in dem Unternehmen und Unternehmer tätig werden, der solche Interessengegensätze erleichtern oder erschweren kann.
    Heute werden Unternehmen z.T. geschlossen, nicht weil kein Profit gemacht wurde, sondern weil er nicht hoch genug im Verhältnis zu anderen Möglichkeiten erscheint.
    auf niederen Unternehmensebenen können Personalenscheidungen auch rein politisch sein, weil sie einen Nutzen im Konkurrenzkampf darstellen können.

    H.

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