Bankbesitz-Regulierung
Balanceakte

TPG ist die einzige Buyout-Firma, die einen erheblichen Anteil an einem großen US-Kreditgeber übernehmen wird. Das ist merkwürdig, suchen doch mit viel Geld ausgestattete Buyout-Firmen nach Anlagen. Die Regulierung der Bankenkontrolle ist eine Barriere. Buyout-Firmen könnten versuchen, die Regeln zu ändern - oder Wege zu finden, innerhalb der Regeln zu arbeiten.
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Banken brauchen Kapital, das Buyout-Fonds im Überfluss haben, die zudem nach Anlagen mit eingebauter Fremdfinanzierung suchen. Doch die Regulierung der Kontrolle von US-Banken hilft dabei, die Fonds auf Distanz zu halten. Vielleicht nicht mehr lange: Buyout-Firmen könnten versuchen, die Regeln zu ändern - oder Wege finden, mit ihnen zu arbeiten. Ein großes Hindernis ist der US Bank Holding Company Act, kurz BHCA. Dieses Gesetz wurde 1956 geschrieben, damit die US-Notenbank Federal Reserve die Besitzer regulierter Banken im Auge behalten konnte. Es gilt, wenn ein Unternehmen mindestens 25 Prozent der Stimmrechte einer Bank besitzt oder den Verwaltungsrat kontrolliert.

Das Kleingedruckte des BHCA macht Bankinvestitionen noch schwieriger. Die Buyout-Firma Corsair zum Beispiel kaufte kürzlich 9,9 Prozent an National City und erhielt einen Sitz im Verwaltungsrat. Hätte Corsair einen mehr als zehnprozentigen Anteil gekauft, wäre die Firma nach Expertenmeinung als Bankholding eingestuft worden. Die Investition der Private-Equity-Firma TPG in Washington Mutual näherte sich einem 25-Prozent-Anteil und war mit einer Repräsentation im Verwaltungsrat verbunden, doch für Washington Mutual gelten etwas andere Regeln.

Diese Unsicherheit ist kaum ermutigend für potenzielle Investoren, vor allem, wenn es nur um kleine Anteile geht. Selbst für Kontrollanteile würden Private-Equity-Firmen aber kaum zu Bankholdings werden wollen, weil dies mit lästiger Aufsicht verbunden wäre, und mit Auskünften, die sie üblicherweise nicht gerne geben.

Wenn die Fed Banken bereits direkt reguliert, sollte sie dann eine etwas entspanntere Haltung gegenüber deren Besitzern einnehmen? Man kann leicht erkennen, warum die Fed sich diesem Ansinnen verweigern könnte. Buyout-Firmen sind dafür bekannt, Fremdfinanzierungen zu maximieren und Geld aus Unternehmen abzuziehen, um ihre Erträge zu erhöhen. Dies ist kaum ein geeignetes Rezept, um eine Wiederholung der jüngsten Sorgen im Bankensektor zu vermeiden.

Doch es ist auch keine Lösung, privates Beteiligungskapital aus dem Bankensektor herauszuhalten. Abgesehen von dem Nutzen, den ihr Bargeld bringt, bieten Buyout-Gesellschaften auch Expertise beim Risikomanagement.

Während einige Firmen versuchen könnten, die Fed zur Änderung ihrer Regeln zu überreden, könnten andere bereits Wege gefunden haben, innerhalb der Regeln zu arbeiten. Einige legen neue Finanzdienstleistungs-Fonds auf, die mit dem Segen der Fed als Bankholding-Gesellschaften registriert werden könnten, wodurch die Scherereien für einzelne Fonds begrenzt würden. Dies könnte ein Weg sein, dringend Geld suchende Banken mit finanzstarken Investoren zusammenzubringen, ohne dabei mit dem BHCA in Konflikt zu geraten.

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