Benetton/Consob
Zu glatt Gestrickt

Die Anordnung der italienischen Börsenaufsicht Consob gegen das Textil-Familienunternehmen zieht all die richtigen Register. Sie bestraft die Benettons für etwas, das aussah wie eine Abseitsfalle gegen aktivistische Geldgeber bei Generali. Und es kurbelt Italiens Staatsleistung an, während das Land wählt.

Hut ab vor Consob, die den Benettons eine blutige Nase zufügt: Die italienische Börsenaufsicht hat das Streben des Textil-Familienunternehmens zum Scheitern gebracht, einen Schlüsselposten beim Versicherer Generali zu ergattern. Die Entscheidung ist vor allem ein Ansporn für kleinere Minderheitsaktionäre.

Die Benettons wollten unbedingt den Vorsitz des internen Prüfungsausschusses von Generali besetzen, ein Privileg das eigentlich nur unabhängigen Investoren zusteht. Die Familie, die ein Prozent des Versicherers besitzt, ist bei Generali aber kein wirklich unparteiischer und unabhängiger Investor. Die Benettons sind eng verflochten mit der Mediobanca, dem wichtigsten Einzelaktionär bei Generali, die Bank hält 14 Prozent der Anteile. Die Benettons und die Bank betreiben eine große Zahl gemeinsamer Geschäfte, etwa bei Telecom Italia. Mediobanca besitzt einen Anteil an Sintonia, dem Infrastrukturgeschäft der Benettons.

Deshalb könnte es durchaus sein, dass das Textilimperium bei Generali im Auftrag der Bank unterwegs war: Mit ihrem Vorschlag wollten die Benettons den Algebris-Fonds blockieren, der einen eigenen Kandidaten an die Spitze des Prüfungsausschusses setzen wollte. Algebris verfolgt damit das Ziel, die lange überfällige Reorganisation des Versicherers einzuleiten. Was Mediobanca nicht unbedingt gefallen muss.

Consob war nicht immer so mutig. Aber nun hat die italienische Börsenaufsicht die Muskeln spielen lassen. Vielleicht ist das ein Zeichen dafür, dass sich die Corporate Governance in Italien verbessert.

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