Cuomo nimmt Hedgefonds ins Visier
Carlyle unter Korruptionsverdacht

Carlyle ist ins Fadenkreuz von Andrew Cuomo greaten. Der Generalstaatsanwalt des Bundesstaates New York geht dem Verdacht auf angeblich korrupte Investitionsentscheidungen im staatlichen Pensionsfonds nach. Die Untersuchungen beleuchten den häufig üblichen, aber auch fragwürdigen Einsatz von Vermittlern bei der Kapitalbeschaffung.
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Andrew Cuomo nimmt die Mittelbeschaffung von Beteiligungsgesellschaften und Hedgefonds ins Visier. Dabei ist auch Carlyle ins Blickfeld der Untersuchungen des Generalstaatsanwalts von New York geraten, der dem Verdacht auf angeblich korrupte Investitionsentscheidungen im staatlichen Pensionsfondsriesen Common Retirement Fund (CRF) nachgeht. Die Untersuchungen beleuchten den häufig üblichen, aber auch fragwürdigen Einsatz von Vermittlern bei der Kapitalbeschaffung.

Die sogenannten Placement Agents sind Finanzvermittler, die ihre persönlichen Beziehungen und Kontakte einsetzen. Buyout-Gesellschaften stellen sie zur Unterstützung bei der Vermarktung ihrer Beteiligungsfonds ein. Sie sollen Investoren, darunter auch staatliche Pensionsfonds und Stiftungen finden, die bereit sind, Anlagekapital zur Verfügung zu stellen. Diese Vermittler können sinnvolle Unterstützung leisten: kleinere Beteiligungsfirmen verfügen nicht unbedingt über Marketingteams und verlagern die Kapitalbeschaffung manchmal nach außen. Hinzu kommt, dass nicht alle Private-Equity-Unternehmen jeden Pensionsfondsmanager kennen.

Ein Hedgefondsmanager und Mittelsmann aus Texas, der an der Vermittlung von CRF-Investitionen beteiligt war, ist Barrett Wissman. Er bekannte sich des Wertpapierbetrugs schuldig und kooperiert jetzt mit Cuomo. Der Generalstaatsanwalt gab im vergangenen Monat auch bekannt, das ein Korruptionsverdacht gegenüber Hank Morris besteht, der ein Mitarbeiter des früheren New Yorker Stadtkämmerers Alan Hevesi war, desgleichen auch gegenüber David Loglisci, der ehemals für die Anlageentscheidungen von CRF verantwortlich war.

Die Fälle zeigen, dass Placement Agents Interessenkonflikten ausgesetzt sein können. Cuomo unterstellt zum Beispiel, dass Morris in CRF-Investitionsentscheidungen eingebunden war. Er habe mit Logliscis Hilfe vor anderen, die für die Pensionskasse verantwortlich waren, seinen Interessenkonflikt verschleiert und Zahlungen verheimlicht, die er von Investmentgesellschaften für die Vermittlung von CRF-Kapital kassierte. Im Gegenzug erhielt Loglisci angeblich Schmiergelder, unter anderem zur Finanzierung des Films "Chooch", den sein Bruder produzierte.

Wissman selbst wurde unter anderem beschuldigt, vor einer Investmentgesellschaft verheimlicht zu haben, auf welche Weise er an Investitionskapital kam - er habe nicht erwähnt, dass ein Teil seiner Platzierungsvergütung an Unternehmen ging, die nach Angaben der New York Times mit Morris in Beziehung standen.

Carlyle ist eine der Investmentgesellschaften, die Investitionskapital erhielten, bei dem Morris und Wissman angeblich ihre Hände im Spiel hatten. Die private Beteiligungsgesellschaft war im vergangenen Monat noch nicht Ziel der Anklage, aber über Carlyle und anderen Unternehmen, die Platzierungsdienstleistungen in Anspruch nahmen, sind Fragezeichen aufgetaucht.

Eines wurde jedoch deutlich: Einige Kapitalvermittler arbeiten vor dem Hintergrund erheblicher potenzieller Interessenkonflikte. Das allein ist noch nicht unbedingt illegal. Aber jeder solche Konflikt muss zumindest offengelegt werden - etwas, was einige, allerdings nicht alle Pensionskassen von ihren Angestellten auch verlangen - und das Problem muss adäquat gemanagt werden.

Vielleicht hilft es, wenn Cuomo ein bisschen mit dem Säbel rasselt. Immerhin steht nun Carlyles Reputation auf dem Spiel. Das könnte helfen, Carlyle und ähnliche Unternehmen zu veranlassen, Fragen zu stellen und auf Vermittler zu verzichten, die offensichtlich in einem materiellen Konflikt stehen.

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