Ebay
Was es nicht alles gibt!

Ist Meg Whitman der Barry Diller des Silicon Valleys? Wie der akquisitionsbegeisterte IAC-Boss kauft auch Whitmann leidenschaftlich gern Unternehmen. Die Anleger sind sich allerdings nicht so sicher, ob die Teile wirklich zusammengehören. Vielleicht sollte sich Whitman ein Beispiel an der jüngsten Diller-Entscheidung nehmen.

Ist Meg Whitman der Barry Diller des Silicon Valleys? Wie der akquisitionsbegeisterte IAC-Boss kauft auch Whitmann leidenschaftlich gern Unternehmen. Die Ebay-Chefin hat ihren Internetbasar bereits um Telefongesellschaften, Finanzdienstleister, Ticketverkäufer und andere Läden ergänzt. Die Anleger sind sich allerdings nicht so sicher, ob die Teile wirklich zusammengehören. Vielleicht sollte sich Whitman ein Beispiel an der jüngsten Diller-Entscheidung nehmen und ihr Imperium auch in leichter handhabbare Teile aufspalten.

Da ist zum Beispiel Ebays Kerngeschäft, die Internetauktionen. Es gibt nur wenige Unternehmen, die hier mit Ebay Schritt halten können, aber Amazon und Yahoo halten zumindest Anschluss – im Durchschnitt werden sie zum 21-fachen ihrer für 2008 erwarteten operativen Ergebnisse (Ebitda) gehandelt. Ebays Kerngeschäft dürfte ein operatives Ergebnis um die 2,5 Milliarden Dollar abwerfen. Bei einer Marktbewertung irgendwo zwischen Yahoo und Amazon ergäbe sich ein Wert von 53 Milliarden für die Auktionssparte. Das ist mehr als die gegenwärtige Marktkapitalisierung Ebays in Höhe von 46 Milliarden.

Anders ausgedrückt heißt das aber auch, dass Ebays Zahlungsabwicklung Paypal als kostenlose Dreingabe zu erhalten ist. Das Geschäft boomt, zumal der Internethandel sich noch in einer relativ frühen Entwicklungsphase befindet. Legt man Ebays angestrebte Umsatzrendite für 2008 zugrunde, dürfte Paypal im kommenden Jahr ein Ebitda von 600 Millionen Dollar beisteuern. Bewertet man dieses Ergebnis mit dem gleichen Vielfachen zu dem Mastercard gehandelt wird – also eher konservativ, gemessen an Paypals Wachstum – kommt man auf einen Börsenwert von rund 5,5 Milliarden für dieses Geschäftsfeld.

Warum sind Investoren also nicht bereit einen entsprechenden Preis für Ebay zu zahlen? Whitmans 3,1 Milliarden-Dollar-Akquisition von Skype und die anschließend notwendigen Wertberichtigungen hinterließen den Nachgeschmack, dass es der Firmenchefin nur darum geht, ein Imperium aufzubauen. Dass diese Wahrnehmung falsch ist, ließe sich leicht beweisen. Whitman müsste nur einige Ebay-Sparten aus dem Zelt werfen.

Für Paypal könnte Unabhängigkeit ganz praktisch sein. Die Rivalen Amazon oder Google könnten ihre Aversion gegen die Paypal-Dienstleistungen noch einmal überdenken, wenn der Service nicht ausgerechnet von der Konkurrenz angeboten wird. Mit einer Abspaltung oder dem Verkauf eines Paypal-Anteils über die Börse dürfte sich auch der Mischkonzernabschlag reduzieren, mit dem Ebay noch gehandelt wird. Verkaufen macht vielleicht weniger Spaß als kaufen, ist jedoch in jedem Fall lukrativer.

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