Eisenerzhersteller
Die Angst der Stahlproduzenten

Die großen chinesischen Stahlproduzenten sind irritiert über die mögliche Abhängigkeit von einem monopolistischen Eisenerzhersteller. Aber andere, wie Arcelor Mittal, Tata, Evraz und CSN, haben selbst Eisenerz und genießen die Aussicht, dass weniger vom Glück begünstigte Kollegen benachteiligt werden könnten.

Nach dem Willen von BHP Billiton sollen sich die Stahlhersteller gemeinsam mit ihr über die Fusion mit dem Konkurrenten Rio Tinto freuen. Aber tatsächlich hat das Vorhaben die globale Branche gespalten. Die großen chinesischen Stahlunternehmen sind verärgert über die Abhängigkeit von einem monopolistischen Eisenerzproduzenten. Aber andere, wie Arcelor Mittal, Tata, Evraz und CSN, besitzen ihr eigenes Eisenerz und genießen gar die Aussicht, dass weniger gesegnete Branchenkollegen einen Nachteil erleiden könnten.

BHP betont natürlich, die geplante Verschmelzung über 350 Mrd. Dollar der beiden Bergbaugesellschaften würde ihnen helfen, mehr von dem Eisenerz auszugraben, nach dem es die Stahlunternehmen so dürstet. Wenn dem Boden mehr Eisenerz abgerungen wird, dann sollten eigentlich die Preise sinken, da BHP und Rio gegenüber den Branchenkollegen geringere Kosten haben.

Doch die chinesischen Stahlkocher sind nervös. Eine so große Bergbaugesellschaft könnte, so fürchten sie, ihre beherrschende Stellung missbrauchen, indem sie die Preise nach oben statt nach unten drückt. BHP und Rio hätten zusammen einen Anteil von rund 39 Prozent an dem Markt für auf dem Seeweg befördertes Eisenerz. Und von BHP kommen unterschiedliche Signale.

Einerseits verbucht die Gesellschaft niedrige Abbaukosten. Andererseits ist sie der Meinung, dass ihr Eisenerz gegenüber dem des Konkurrenten CVRD einen Aufschlag wert ist, da die Chinesen für den Rücktransport nicht so viel zahlen müssen. Selbst wenn die blühende Nachfrage nach Stahl bedeutet, dass die Stahlproduzenten die höheren Eisenerzkosten an ihre eigenen Kunden weiterleiten könnten, wäre doch eine Verschiebung der Machtverhältnisse in der Branche, aus einer langfristigen strategischen Perspektive betrachtet, nicht günstig.

Im Gegensatz dazu, werden einige Stahlhersteller BHP mit Nachdruck anfeuern. Die indische Tata, die russische Evraz und die brasilianische CSN sind fast völlig autark bei Eisenerz. Der Branchenriese Arcelor Mittal hat das fast zur Hälfte erreicht. Diese Produzenten könnten tatsächlich davon profitieren, wenn der Erzpreis steigen würde. Schließlich hätten sie dann einen relativen Vorteil gegenüber ihren weniger begünstigten Kollegen, nämlich gegenüber westlichen Mitspielern wie Thyssen Krupp und den Chinesen.

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