Europäische Telekomgesellschaften
Der Mobilfunk der nächsten Generation

Die Telekombetreiber streiten sich zwar noch über die Tarife, aber es ist jetzt schon klar, was am Schluss herauskommen wird: Das Telefonieren mit dem Handy wird beträchtlich billiger werden. Ein monatlicher Grundpreis für unbegrenzte Telefonate und Datenübertragungen wird künftig zum Modus Operandi werden. Das sollte die Betreiber endlich dazu ermutigen, die Internet-Telefonie anzunehmen.

Die europäischen Telekomgesellschaften stehen kurz vor einer Mobilfunkrevolution. Die Betreiber und die Branchenwächter streiten sich zwar noch über die Tarife, aber die Gebühren werden unweigerlich sinken. Was am Schluss dabei herauskommt, ist jetzt schon klar: Das Telefonieren mit dem Handy wird beträchtlich billiger werden. Um konkurrenzfähig bleiben zu können, müssen die Betreiber ihre Geschäftmodelle ändern.

Große Betreiber laufen Gefahr, einen Großteil der Gewinne zu verlieren, die die so genannten "Mobile Termination Rates" einbringen. Diese Beträge, die die Netzwerkbetreiber den Konkurrenten berechnen, um Anrufe entgegen nehmen zu können, sollen nach Schätzungen bis zu 15 Prozent der Brancheneinnahmen und 30 Prozent des Gewinns ausmachen. Größere Betreiber, gehören per saldo zu den Gewinnern, auf Kosten kleinerer Mitbewerber und Anbieter, die sich nur auf Festnetze konzentrieren. Die EU-Kommission will, dass in diesem Bereich bis 2011 die Gebühren um bis zu 70 Prozent gekürzt werden.

Eine Revolution bei der Preisgestaltung im Mobilfunk würde dann nicht mehr lange auf sich warten lassen, wobei die kleineren Betreiber die Umwälzung forcieren. Außenseiter wie 3 von Hutchinson, E-plus und die belgische Base werden sich auf die Gelegenheit stürzen, ihren Marktanteil zu erhöhen, indem sie die billigeren Anrufgebühren an die Kunden weitergeben und aggressive Pläne zur Preisfestsetzung umsetzen. Um einen Kundenschwund zu vermeiden, werden große Telekomfirmen wie Vodafone und T-mobile nachziehen müssen.

Zwar kann niemand die Auswirkungen einer Aufhebung der Tarife präzise vorhersagen, aber wenn man einmal die Uhr drei Jahre vorstellt, dann zeichnet sich eine ganz andere Mobilfunklandschaft ab.

Beträchtlich niedrigere Tarife würden es den Anbietern gestatten, unbegrenzte Preisprogramme einzuführen - monatliche Pauschalsätze für unbegrenzte Telefonate und Datenübertragungen. Das wäre ein großer Unterschied zum gegenwärtigen System der monatlich fälligen Grundgebühren, zu denen zusätzlich die Kosten pro Anruf, für übermittelte Texte und Internetnutzung hinzukommen. Letztendlich könnte es so aussehen, dass die Verbraucher für die Geräte zahlen und vielleicht in anderen Bereichen zusätzliche Gebühren fällig werden, aber es wäre viel einfacher, die Angebote untereinander zu vergleichen.

In der neuen Welt der Kommunikation werden die Mobilfunkbetreiber letztendlich auch nicht mehr darum herumkommen, sich ganz auf das Internet in ihrem Revier einzulassen. Während die Technologie hinter den an Skype angelehnten Internettelefonie-Dienstleistungen schon lange erhältlich ist, haben die Betreiber, die zögern, Anwendungen einzuführen, die die traditionellen Einnahmen aus der Stimmenübertragung kannibalisieren könnten, auf diesem Gebiet zu wenig investiert.

Ironischerweise werden sich, während die Preise zwar sinken und die Gewinnspannen enger werden könnten, die kleineren Betreiber vermutlich damit abmühen, größere Marktanteile zu ergattern. Vorausgesetzt, dass die großen Anbieter wettbewerbsfähig bleiben, werden die Underdogs immer noch mit mächtigen Marken zu kämpfen haben - selbst im Mobilfunk der nächsten Generation.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%