Inside Porsche
Wetten in seiner schönsten Form

Aktien von Porsches Holding sind wieder gefragt. Doch der Kauf bleibt riskant.
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Das Casino Porsche brummt wieder. Ein juristischer Etappensieg in den USA beflügelt die Anleger. Die Aktie von Porsches Holding SE nimmt die Marke von 70 Euro ins Visier. Wer jetzt einsteigt, kann viel gewinnen – geht aber eine Wette ein.

Investoren griffen reihenweise zu Porsches Aktie, nachdem kurz vor dem Jahreswechsel der New Yorker Richter Harold Baer die Klage von zehn US-Fonds gegen die Stuttgarter abgeschmettert hatte.

Porsche soll die Anleger bei der gescheiterten Übernahme von VW in die Irre geführt haben, so der Vorwurf. Eine Berufung ist möglich, über ein Verfahren hierzulande noch nicht entschieden, Steuerfragen bleiben ungeklärt – doch Beobachter wie die Spezialisten von Credit Suisse sehen mit dem Urteil eines der größten Hindernisse für das 2011 geplante Zusammengehen mit VW beseitigt.

Sollte es zu der Verschmelzung von VW AG und Porsche SE kommen, bewerten die Analysten von M. M. Warburg den fairen Wert des Porsche-Papiers aktuell mit mehr als 70 Euro. Das Potenzial ist noch größer: Die Hamburger haben für die VW-Stämme ein Kursziel von 155 Euro ausgegeben. Für den Fall der vollen Fusion wäre das Porsche-Papier dann 115 Euro wert.

Derzeit verfügt die Stuttgarter Holding über zwei Achsen: die verbliebenen 50,1 Prozent am operativen Sportwagengeschäft und knapp 51 Prozent der Stimmrechte an der VW AG. Den Rest der Porsche AG kann VW bei einem Scheitern der Fusion bis Ende 2014 zum Festpreis von 3,9 Milliarden Euro kaufen. Die VW-Anteile der SE sind derzeit gut 16 Milliarden Euro wert. Dagegen stehen sechs Milliarden Euro an Schulden, die eine Kapitalerhöhung reduzieren soll.

Kommt der Merger, werden Porsche-Anteile in VW-Aktien umgetauscht. Das treibt die Hoffnung. Ansonsten bleiben Porsches Anleger aber lediglich nicht stimmberechtigte Aktionäre einer familiären Beteiligungsgesellschaft. Selbst wenn Porsche die von den US-Fonds geforderten zwei Milliarden Dollar Schadensersatz nicht zahlen muss, läge der faire Wert der Aktie dann unter 50 Euro.

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