Inside SDax
Die heimlichen Gewinner

Größe ist nicht alles: Was die kleinen Unternehmen den Konzernen voraushaben.
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Alle reden über den Dax. Der deutsche Leitindex hat ein sehr erfolgreiches Jahr hinter sich. Unter dem Strich legte er rund 16 Prozent zu – mehr als die meisten anderen wichtigen Aktienindizes dieser Welt. Innerhalb Europas ist die Sache noch klarer. Der Dax, in dem die 30 größten börsennotierten Unternehmen aus Deutschland gelistet sind, lässt seine Konkurrenten aus London oder Paris weit hinter sich, aus Madrid sowieso.

Der Dax macht sich nicht schlecht als Aushängeschild für die deutsche Wirtschaft. Doch bei aller Begeisterung wird eines leicht übersehen: Die großen Gewinner sind in Wahrheit nicht die Konzerne, sondern die mittelständischen Unternehmen abseits des Dax. Insbesondere die kleineren Industrieunternehmen, Maschinenbauer und Autozulieferer haben im vergangenen Jahr prächtig verdient – und ihre Anteilseigner begeistert. Die Aktien des Autozulieferers Grammer gewannen fast 200 Prozent. Auch die Papiere von Bertrandt, Delticom, SAF-Holland oder Jungheinrich haben ihren Wert mehr als verdoppelt. Firmen wie diese bilden das Rückgrat der deutschen Industrie. Wem diese Namen nichts sagen, der sollte einen Blick in den SDax werfen, der kleine deutsche Unternehmen abbildet. Insgesamt hat dieser Index im vergangenen Jahr rund 45 Prozent zugelegt.

Da sich die Weltwirtschaft in diesem Jahr weiter erholen dürfte, bleiben die Aussichten gut. In Zeiten des Aufschwungs profitieren kleinere Unternehmen in der Regel stärker. Die Großkonzerne sind behäbiger, dafür aber auch etwas widerstandsfähiger in Krisenzeiten. Börsenexperten sprechen vom Kleinfirmeneffekt oder auch Size-Effect.

Ein Grund für die Stärke der Kleinen ist der Export. „Made in Germany“ ist weltweit gefragt. Und viele kleinere Unternehmen sind in den aufstrebenden Schwellenländern besser aufgestellt als mancher Dax-Konzern. So erzielt etwa der Stahlveredler SKW Stahl, ebenfalls aus dem SDax, fast 90 Prozent seines Umsatzes im Ausland. Dagegen wirkt manches Großunternehmen provinziell.

Jörg Hackhausen
Jörg Hackhausen
Handelsblatt Online / Reporter

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