Der Finanzlotse
Was läuft da schief?

Wir Deutsche schuften wie die Ameisen, wir sparen wie verrückt, aber reich sind wir deshalb noch lange nicht. Das liegt an falschen Sparstrategien. Aber auch an der Politik, die sich für Sparer kaum auszahlt.
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Auf 185 Seiten hat die neue Bundesregierung aufgeschrieben, was sie sich für die nächsten fünf Jahre vorgenommen hat. Ganze eineinhalb Zeilen widmet sie dabei einem Problem, unter dem zig Millionen Sparer in Deutschland nun schon seit Jahren leiden: Dem extrem niedrigen Zinsniveau. Man wolle, so heißt es im Koalitionspapier von Schwarz-Rot, Lösungsvorschläge zum Umgang mit den Folgen eines lang anhaltenden Niedrigzinsumfeldes erarbeiten.

Was auch immer darunter konkret zu verstehen ist, notwendig wären Lösungsvorschläge schon. Allenthalben kann man lesen, dass Deutschlands Wirtschaft die leistungsstärkste in Europa ist. Leider gilt das nicht für das Privatvermögen der Deutschen. Gleichgültig wie das nun berechnet wird, mehr als über einen Mittelplatz kommen wir in Europa nicht hinaus.

Spitze in Europa, aber wenig auf der Hohen Kante, wie kann das sein? Dafür gibt es mehrere Gründe: Mit aktuell knapp 46 Prozent ist die Eigentumsquote bei Wohnimmobilien in Deutschland vergleichsweise niedrig. Dadurch ist zwangsläufig auch das Gewicht des Immobilienvermögens im Gesamtvermögen relativ geringer. Hier zu Lande haben Immobilien einen Anteil von rund 50 Prozent am Gesamtvermögen, in vielen Ländern Ost- und Südeuropas liegt diese Quote bei weit über 70 Prozent.

Das allein kann aber die schwache Vermögensposition der Bundesbürger nicht erklären. Das schon deshalb nicht, weil sie ja im Vergleich zu ihren europäischen Nachbarn seit Jahrzehnten nicht weniger, sondern mehr sparen. Mit 16,5 Prozent war die deutsche Sparquote im vergangenen Jahr die höchste in Europa, sie lag rund 50 Prozent über dem EU-Durchschnitt.

Ein Blick in die Statistiken der Deutschen Bundesbank gibt Aufschluss darüber, warum die Deutschen zwar Sparweltmeister sind, aber dabei offensichtlich nicht allzu viel herauskommt. Das Geldvermögen von gut 5000 Milliarden Euro besteht zu mehr als 40 Prozent aus Bargeld und Bankeinlagen. Davon sind allein 720 Milliarden Euro aktuell auf Sparbüchern oder in Sparbriefen angelegt.

Dazu kommen noch Ansprüche der Bundesbürger gegenüber Versicherungen und Pensionskassen in Höhe rund 2000 Milliarden Euro hinzu, die etwa zu 80 Prozent ebenfalls zinsabhängig angelegt sind.

Für Aktien und Anleihen bleibt da nicht mehr viel übrig. Sie haben in den Portfolios der Deutschen nur einen Mickeranteil von fünf beziehungsweise vier Prozent. Einschließlich aller Fonds kommen die börsennahen Anlagen nur auf einen Anteil von weniger als 20 Prozent des gesamten Geldvermögens.

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Warten auf die Bundesregierung

Kommentare zu " Der Finanzlotse: Was läuft da schief?"

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  • http://de.wikipedia.org/wiki/Steuerzahlergedenktag
    dürfte den Sachverhalt wohl erklären.

  • Wozu soll man denn sparen? Man bekommt doch sowieso ab mitte 50 alles abgenommen, wenn man keinen Job mehr bekommt und ab 70 ins Altenheim abgeschoben wird.
    Dann ist sowieso alles weg.
    Auf welchem Stern leben denn Herr Walter?

    Erzählen Sie das den exportwütigen Machern und den Leuten die lieber billige Chinapelze auf dem Laib tragen, als sich um den eigenen Wohlstand und die eigene Infrastruktur zu kümmern. Aber stattdessen die Löhne für eigene Dienstleistungen den Entwicklungsländern anpassen, statt umgekehrt.
    Unter solchen Vorzeichen ist es nur folgerichtig das der Bürger sagt, nach mit die Sinflut, ich gebe mein Geld in den heutigen Konsum, danach kommt sowieso nicht mehr viel.

  • Zitat: Auf 185 Seiten hat die neue Bundesregierung aufgeschrieben, was sie sich für die nächsten fünf Jahre vorgenommen hat.
    Ernsthaft? Die Bundesregierung wird immer noch fuer 4 Jahre gewaehlt! Oder machen wir mittlerweile 5-Jahresplaene wie im kommunistischen China? War mir persoenlich noch nicht bewusst, aber wundern wuerde es mich nicht mehr ...

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