Dutschke spricht
Mitt Romney, ein Verbrecher?

Mitt Romney ist Lügner, der, ohne zu zögern, bereit ist, Wahlkampfspenden von korrupten Bankern anzunehmen. Neue Erkenntnisse über seine Machenschaften könnten ihn sogar die Präsidentschaftskandidatur kosten.
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Nächste Woche wird Mitt Romney nach Europa fliegen, um dort staatsmännisch seine außenpolitischen Fähigkeiten unter Beweis zu stellen. Darüber hinaus sind auch zwei Wahlkampfveranstaltungen vorgesehen, bei denen er große Wahlkampfspenden eintreiben möchte.  Diese Veranstaltungen werden von mächtigen amerikanischen Bankern organisiert.

Eine der Veranstaltungen wurde mit Hilfe von Bob Diamond organisiert, der inzwischen zurückgetretene CEO von Barclays. Er soll seine Mitarbeiter dazu angestiftet haben, den Interbankenzinssatz Libor zu manipulieren. Anscheinend haben Vertreter der wichtigsten Großbanken sich dahingehend abgesprochen, die Zinssätze so beeinflussen, dass ihre Geschäfte besser laufen, möglicherweise auch zum Nachteil ihrer Kunden. Obwohl Diamond nicht länger mit seinen Namen als Veranstalter auftritt, ist wieder einmal die Nähe der Politik zum Privatsektor ein großes Politikum.

Der US-Präsidentschaftskandidat Mitt Romney ist das Sinnbild dieser gefährlichen Nähe zum Privatsektor. Romney geht damit auf Stimmenfang, dass seine Erfahrungen in der Geschäftswelt eine ideale Qualifizierung für das höchste Staatsamt sind. Er gibt an, als CEO von Bain Capital, einem Finanzinvestor, marode Unternehmen saniert und Arbeitsplätze geschaffen zu haben. Genau das also, was die USA jetzt braucht und er leisten kann.

Allerdings sind jetzt Dokumente zum Vorschein gekommen, die seine Bilanz als Chef von Bain Capital schmälern könnten. Romney hat stets gesagt, er sei im Februar 1999 bei Bain ausgestiegen, um die Winterolympiade im Mormonenbundesstaat Utah vorzubereiten. Die Dokumente belegen aber, dass er bis 2002 weiter als CEO und alleiniger Eigentümer von Bain bei der Securities and Exchange Commission (SEC) eingetragen war, einer Börsenaufsichtsbehörde. In dieser Funktion hat er während dieser Zeit auch ein sechsstelliges Gehalt bezogen. Auf den ersten Blick mag das nicht sehr spektakulär sein. Aber genau in die umstrittenen Jahre, fallen eine Reihe von Investitionen, die für Romney sehr unbequem sind.

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Ist Romneys Präsidentschaftskandidatur

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  • Lieber Herr Dutschke,
    danke für die Informationen! Ein guter Kommentar und guter Journalismus!

  • Hmm...
    Wenn ich mir die ganzen Kommentare so anschaue gibt es jeweils ein Lager von USA Freunden und Feinden, nebenbei wird Herr Dutschke auch noch Diffamiert.
    Es geht hier um eine. präsidentschaftskandidaten in den USA, um nichts anderes. Das Herr Dutschke die Machenschaften der dubiosen Geschäften eines Mitt Romneys zum besten gibt, sollte uns eher zum Nachdenken auffordern statti Herrn Dutschke dafür zu Strafen.
    Ich will Herrn Dutschke nicht verteidigen, sondern seine Arbeit aufzeigen die er hier zum Betsn gibt.
    Das nicht jeder Journalist erstklassige Arbeit abliefern kann (und will), steht auf einem anderen Blatt.
    Was war ist, das die Präsidentschaftswahlen in den USA schon immer gekauft worden sind. Wer das meiste Geld zur Verfügung bekommt, der wird auch zum Präsidenten gewählt. So ist es in den USA (möchte das aber nicht nur auf die USA beschränken).
    Das die USA sich wie ein halbstarker in der Schule benimmt, sich dadurch kaum Freunde in aller Welt gemacht hat, dürfte wohl jedem klar sein.
    Und bedenkt bitte eines noch: in Europa gibt es (noch) keine Armenküchen in der Anzahl wie in den USA. Soviel dazu zur Verantwortung eines Staates gegenüber seinem Volk.
    Die USA hängt am Tropf von China und Saudi Arabien. Wenn die den Geldhahn zumachen...
    Aber das wäre ja zuviel der Erwartung, in die ich setzen würde.

  • Mal ein richtiger Shitstorm hier, seltenes Naturschauspiel. Das Thema Romney ist zwar etwas linkslastig abgehandelt und für meinen Geschmack zu aufgebläht, aber es ist nichts fingiert oder erlogen. Also wenn ich Dutschke heißen würde, hätte ich das auch so ähnlich geschrieben. Als Obama frisch gewählt war und noch von allen bejubelt wurde, habe ich ihn in meiner regionalen Zeitung als braunen Demagogen bezeichnet, den man eines Tages mit demselben überschwang aus dem Amt jagen würde, mit dem er auch gewählt wurde. Nun, nachdem ich die Kandidaten der vergangenen Vorwahlen erleben konnte, kann ich den Vereinigten Staaten nur wünschen, Präsident Obama möge ihnen als Aufmunterer der Nation noch lange erhalten bleiben.

    Nebenbei: Wenn Rudi Dutschke "intellektuell eine der herausragenden Persönlichkeiten des letzten Jahrhunderts" war, dann ist es wirklich eine Schande, daß man ihn nie richtig etwas hat arbeiten und leisten lassen.

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