Kleinleins Klartext
Von der Angst der Deutschen vor dem Zwangssparen

Eine Umfrage, zwei Deutungen: Ist die Mehrheit der Deutschen nur gegen eine Zwangslösung bei der Altersvorsorge oder für das Zwangssparen? Wenn es um sensible Themen geht, sollte die Stimmungsmache via Umfrage aufhören.
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Umfragen steuern Entscheidungen. Die „Sonntagsfrage“, also die Umfrage, welche Partei Sie am nächsten Sonntag wählen würden, ist ein solches Beispiel. Es gibt Forscher die behaupten, dass sich die Wähler an den Ergebnissen der letzten Sonntagsfrage orientieren. Sie wählen dann tendenziell eher den Sieger der „Sonntagsfrage“ und meiden Verlierer. Wenn sich nach der Auszählung die Umfrage bewahrheitet, dann kann das – wenn man dieser Theorie glaubt – ein schönes Beispiel einer „selbst-erfüllenden Prophezeiung“ sein beziehungsweise im Falle der FDP einer „selbst-verhindernden Prophezeiung“.

Umfragen können also das tatsächliche Verhalten beeinflussen. Wer ein bestimmtes Verhalten provozieren möchte, kann versuchen, dies durch eine Umfrage und die Veröffentlichung der Ergebnisse zu erreichen. Bietet etwa eine Fondsgesellschaft Riester-Verträge an, so kann es hilfreich sein, wenn sie sich als diejenige in der Öffentlichkeit präsentiert, die durch eine Umfrage am besten versteht, was die potenziellen Kunden wollen. Dabei ist es besonders knifflig die richtigen Fragen für die Umfrage zu finden, mit denen man den gewünschten Effekt erzielt.

Die Sonntagsfrage ist eine verhältnismäßig einfache Frage. Dementsprechend bietet sie auch vergleichsweise wenig Interpretationsspielraum. Entweder eine Partei reißt die Fünfprozenthürde oder eben nicht. Schwieriger wird es dann bei der Interpretation, wer denn Sieger wäre. Manchmal feiert eine Partei einen Wert von 40 Prozent bereits als fulminanten Sieg, manchmal wird ein Ergebnis von 40 Prozent als Katastrophe angesehen. Da sieht man bereits, dass es nicht so einfach ist, Umfragen zu interpretieren.

Auch in der Altersvorsorge versuchen Anbieter, mit Umfragen Einfluss zu nehmen. Jüngstes Beispiel ist eine Umfrage, die im Auftrag von „Union Invest“ zum Thema Altersvorsorge von Forsa erstellt wurde. In einer von vielen Fragen untersuchten die Meinungsforscher zum Beispiel die Haltung der Befragten zu Plänen einer „vom Staat“ verwalteten „Zusatzrente“, in die jeder Arbeitnehmer verpflichtend einzahlen soll.

Die Antworten auf diese Frage hat Forsa statistisch untersucht und ermittelte die Ergebnisse. Diese Ergebnisse führten wiederum zu sehr unterschiedlichen Bewertungen: Von „Die Mehrheit ist gegen eine Zwangslösung“ (Union Invest) über „Viele Deutsche wollen Zwangssparen“ (Die Welt) wird von der Wirtschaftswoche sogar behauptet, dass die Deutschen zum Sparen gezwungen werden wollen.

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Kommentare zu " Kleinleins Klartext: Von der Angst der Deutschen vor dem Zwangssparen"

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  • Es ist kein Hexenwerk die Anrechnung nur soweit zu berücksichtigen, wie zum Bevölkerungserhalt notwendig. Ihre Befürchtung läuft ins Leere.
    Es reicht eben max. den Faktor 2,1... zu berücksichtigen. Darüber hinaus bleiben kinder unberücksichtigt. Da die gezahlten Beiträge nach wie vor berücksichtigt werden, ist mit 2 Kindern keine Rente erzielbar, wenn es keinen beitragsbezogenen Rentenwert gibt, mit dem der Kinderfaktor multipliziert werden würde.

    H.

  • "Leider ist es verpönt die Ursache, zu wenige kinder, zum Mitbewertungsmasstab für die Rentenhöhe zu machen. Dass dies für schon langjährige Versicherte unfair wäre ist klar, aber wieso wird dass nicht bei Berufseinsteigern zur Regel?"

    Oh Mann, weil es Schwachsinn ist... Wie oft denn noch.
    Viele Kinder zu produzieren, bedeutet eben nicht mehr automatisch, dass viele wertvolle "Einzahler" herangezüchtet werden.
    "Vögeln für die Rente" wird nicht funktionieren, davon kann man sich mit eigenen Augen in den Ghettos von Berlin überzeugen.

  • Vor dem Ende des Geldes habe ich mir noch rechtzeitig eine Walther besorgen können. Das ist sehr beruhigend, denn nun kann ich zeitgleich mit dem Ende meines Geldes das Ende meines Lebens ohne Siechtum in Armut erleben. Danke!

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