Walter direkt
Bittere Lehre für Sparer

Die Rettung Zyperns vor dem Staatsbankrott zwingt alle Bankgläubiger in der Euro-Zone, sich genauestens zu überlegen, in welchem Land und bei welcher Bank sie ihr Geld anlegen.
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Gerade einmal drei Monate ist es her, da wagten Politiker wie Wolfgang Schäuble die Prognose, dass „in der Euro-Krise das Schlimmste hinter uns liege“. Jetzt, nach den eher verstörenden Beschlüssen zur Zypern-Rettung, scheint wieder ein Damm gebrochen.

Statt sich über die Abwendung des Staatsbankrotts auf Zypern zu freuen, hagelte es Kritik von allen Seiten. Der Hauptgrund dafür war die erzwungene Beteiligung der Bankengläubiger am Rettungspaket. Das hat nicht nur das Vertrauen der zypriotischen Sparer in die Sicherheit des Euros und der Bankeinlagen schwer erschüttert, sondern überall in Europa.

Dazu passte dann die Nachricht vom Internationalen Währungsfonds (IWF), dass vor allem die Schwellenländer dem Euro als internationale Reservewährung deutlich weniger vertrauen. Deren Zentralbanken haben nach Angaben des IWF im vergangenen Jahr 45 Milliarden Euro abgestoßen und dafür zum Beispiel australische Dollar gekauft. Das ist ein stattlicher Rückgang um acht Prozent und alles andere als ein Vertrauensbeweis in die Sicherheit des Euros.

Als wäre das noch nicht genug, berichteten griechische Medien über mögliche „Ungereimtheiten“ bei der Kreditvergabe an prominente Politiker und millionenschwere Abbuchungen von Bankkonten kurz bevor die teilweise Enteignung der Bankengläubiger publik wurde, deren Guthaben mehr als 100.000 Euro ausmachten. Griechische Zeitungen schreiben, dass sogar der zypriotische Staatspräsident, Nikos Anastasiades, im Verdacht steht, Verwandten einen Tipp gegeben zu haben, damit diese noch rechtzeitig vor der Bankenschließung ihre Konten räumen konnten. Auch solche Vorwürfe, sollten sie sich denn als wahr herausstellen, werden das Vertrauen in die handelnden Politiker und in deren Ernsthaftigkeit, eine saubere Lösung der Euro-Krise hinzubekommen, gewiss nicht stärken.

Das alles sind verheerende Botschaften, die eigentlich nur einen Schluss zulassen: Für den Sparer gibt es keine Sicherheit mehr, die Unterschiede zwischen Aktionär, Anleihegläubiger und Spareinleger einer Bank verwischen immer mehr. Natürlich wird jetzt von Politikern darauf hingewiesen, dass die Masse der Sparguthaben durch die 100.000-Euro-Schranke ja gesichert sei. Aber gilt das wirklich und in jedem Fall?

Kommentare zu " Walter direkt: Bittere Lehre für Sparer"

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  • Können sie einen einzigen Fall nennen, wo seit dem 2. Weltkrieg ein Sparer für Anlagen in Deutschland Geld verloren hat?
    Können Sie nicht, obwohl es so manche Pleite gegeben hat.
    Wer mehr als das doppelte an Zinsen bekommt wie durchschnittlich im sonstigem Europa und das in einem Staatsgebilde das, wenn man ehrlich ist, dem einer Bananenrepublik nahekommt, dem muss doch wohl klar sein, dass auch dass Risiko größer ist.
    Wenn man dann einen Abschlag von 6-7% dafür zahlt, dass das Geld trotz Pleite gerettet ist, dann ist dass nicht einmal gerecht, da der Anleger jahrelang höhere Erträge kassiert hat.
    Im aktuellem Fall muss der Sparer für Einlagen unter 100.000€ gar nichts zahlen und das ist eigentlich ungerecht.
    Ich sehe schon kommen, dass Leute ihr Geld nach Timbuktu bringen und dann lauthals klagen, dass es futsch ist und dass kein anderer dafür gerade stehen muss, als der Anleger.

  • Woher haben Sie denn die glorreiche Erkenntniss, dass ein Grossteil des Weltrohstoffhandels über Zypern abgewickelt wird. Ich bin ein wenig erheitert.
    Vielleicht liefern Sie mal ein paar Zahlen, inkl. der Info, woher diese kommen.
    Wussten Sie eigentlich, dass die Mehrheit der Spargel Kaufoptionen über Hollywood abgewickelt wird?

  • Vertrauen kann man nur noch Politikern schenken, die erkannt haben, dass der Euro in seiner jetzigen Form das geschaffene Chaos, durch Merkels Vertragbrüche, nur dann beseitigt werden kann, wenn der wirtschaftspolitische Kurswechsel eingeleitet wird.
    Merkel & Co kennen keine Zielgerade, sondern vorsichtig, je nach Wetterlage wird langsam im Nebel Deutschland weiter verschuldet. Die Lügenliste der Verantwortlichen wird schon, wegen der kommenden Wahl, immer länger.
    Wirtschaftschaos u. Schuldenberge ist die Eurozonenbilanz, gestützt von den Gelddruckmaschinen.
    Übrigens in 100 Jahren hatten wir 5 Währungsreformen!!

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