Zschaber zündelt
Bernanke hat Angst vor dem kalten Entzug

Der Chef der US-Notenbank hat die Märkte bereits auf einen weiteren geldpolitischen Stimulus vorbereitet. Das Fluten der Märkte mit Geld wird weitergehen. Warum Ben Bernanke keine andere Wahl hat.
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Enttäuschung machte sich an den Finanzmärkten breit, als der amerikanische Notenbankchef Ben Bernanke vergangene Woche im Finanzausschuss des Repräsentantenhauses keine Silbe über ein drittes Liquiditätspaket der Notenbank Fed verkündete. Die Aktienmärkte gerieten daraufhin ins Schwanken und selbst das so beliebte Gold musste in kürzester Zeit Preiskorrekturen von rund 100 US-Dollar hinnehmen. Bernanke traf lediglich Aussagen über eine immer noch fragile Konjunkturentwicklung, mit relativ wenig Licht und immer noch viel Schatten. Außerdem beschrieb der Notenbankchef die Arbeitsmarktsituation als weit von der Normalität entfernt. Die Märkte reagierten irritiert und an den Börsen dieser Welt kamen Zweifel auf, ob eine weitere geldpolitische Aktion der Notenbank wirklich bevorstehen würde. Bis heute halten diese Zweifel an.

Ich betrachte Bernankes Aussagen als Vorbereitung auf einen kommenden geldpolitischen Stimulus. Ich möchte an dieser Stelle alle Marktteilnehmer beruhigen. Ich bin mir absolut sicher, dass das Geldfluten der Vergangenheit auch die nähere Zukunft prägen wird. Zwar zeigt die USA fundamentale Signale einer weiteren konjunkturellen Erholung, die Frage ist nur, wie nachhaltig diese sein werden.

Die Erholungen an den Arbeits- beziehungsweise Immobilienmärkten sowie der Absatz-, Investitions- und Produktionsentwicklung der amerikanischen Großindustrie bleiben sicherlich nicht unbemerkt. Allerdings bezweifele ich, dass diese Erholung ausreicht, um die strukturellen Probleme der USA wirklich in die richtige Richtung zu lenken.

Hinzu kommt, dass sich die Finanz- und Geldmärkte an die milliardenschweren Stützungsmaßnahmen der Fed und die daraus resultierende Überschussliquidität bereits sehr stark gewöhnt haben. Ich kann mir nicht vorstellen, dass in einem Wahljahr ein „kalter Entzug“ stattfinden wird.

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  • Die aktuelle Finanzpolitik der Notenbanken wird eine der monströsesten Sackgassen. Was passiert eigentlich, wenn die Inflation weiter anzieht und die QE beendet werden müssen? Schon die kleinste Ankündigung würde einen monumentalen Crash auslösen. Der 3% Rutsch von vorgestern war die erste Warmlaufübung.

  • Die Musik ist bald aus.
    Warten wirs ab, kaufen Aktien n a c h dem Crash und verdienen uns dumm und dämlich.
    Wer jetzt noch freie Cash hat, sollte bis dahin Gold und Silber kaufen und sonst nichts.
    Wie sagte doch der wackere US-Grünspan:
    Die Gold- (und Silber-) Besitzer sind die Einzigen, die ihre Vermögen retten können.

  • Darauf reagieren? Ganz einfach. Mit ein paar Unzen Gold und Silber hilfst du dir selbst. Und ab 100 Unzen bist du sogar auf der ganzen Welt ein gern gesehener Gast. Denn egal ob Gold nach einer geglückten Währungsreform wieder etwas Federn lässt (wie auch Immobilien es tun). Es ist allemal besser, als alles zu verlieren.

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