Zschaber zündelt
Spanien: Licht und Schatten

Spaniens Wirtschaft zeigt strukturelle Probleme, das Wachstumsmodell ist schon seit langer Zeit nicht mehr qualitativ intakt. Das Land wird Jahre brauchen, bis sich erste Erfolge zeigen - und frisches Kapital.
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In den vergangenen zehn Jahren haben der private Konsum, der Tourismus sowie der Immobilien- und der Bausektor samt seiner Dienstleistungsaktivitäten das spanische Wachstum getragen. Noch bis Mitte 2008 hatten billige Kredite für einen beispiellosen Bauboom und steigende Konsumausgaben gesorgt, dann brach die Bautätigkeit sehr massiv ein. Die Binnenkonjunktur kam unter Druck, Wachstumsimpulse gingen von ihr nicht mehr im gewohnten Maße aus.

Vergleicht man die Entwicklung der Handelsströme, so wird deutlich, das Spanien immer mehr ausgegrenzt wurde. Die Handelsströme laufen um Spanien herum. Dies zeigt eindeutig auch die nach wie vor vorhandene Produktionslücke, welche die Krise aufgerissen hat.

Denn in der Finanzkrise versiegte der notwendige Kreditstrom, der bis dahin die spanische Wirtschaft befeuerte. Wie in den USA, wo die Finanzkrise ihren Ausgang nahm, brach auch in Spanien der Wirtschaftspfeiler „Immobilien und Bau“ ein. Dies verursachte einen Dominoeffekt, der sich auf nahezu alle Wirtschaftssparten ausbreitete. Was wir derzeit in Spanien wahrnehmen, ist, dass die Liquiditätströme nur noch das Land verlassen. Wir haben in Spanien ein Zahlungsbilanzdefizit, welches sehr ernst zu nehmen ist.

Außerdem offenbaren die schwache Innovationskraft und mangelnde Investitionen in Forschung und Entwicklung vor und nach der Wirtschaftskrise ein großes Loch in der Wettbewerbsfähigkeit der spanischen Produktionsgüter auf den weltweiten Absatzmärkten. Dies liegt unter anderem daran, dass die Unternehmensstrukturen in Spanien alles andere als auf dynamisches operatives, organisches Wachstum ausgerichtet sind. Mehr als 90 Prozent der Unternehmen haben weniger als 20 Mitarbeiter, mehr als 50 Prozent der Unternehmen sind sogar nur Einzelunternehmungen. Diese Strukturen schwächen die Innovationstätigkeit sowie die Positionierung im internationalen Wettbewerb entscheidend. Zudem wurde die Wettbewerbsfähigkeit der spanischen Unternehmen durch die überproportional angestiegenen  Lohnnebenkosten zusätzlich geschwächt. 

Spanien hat strukturelle Probleme hinsichtlich des eigenen Wachstumsmodells sowie hinsichtlich der Verschuldung der Privatwirtschaft (Bevölkerung & Unternehmen). Daraus ergibt sich eine sehr schwierige Situation am Arbeitsmarkt. Aktuell wird in Spanien eine Arbeitslosenquote von mehr als 22 Prozent gemeldet.  Die Jugendarbeitslosigkeit beträgt sogar über 50 Prozent.

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Ich sehe aber auch Licht im Dunkeln

Kommentare zu " Zschaber zündelt: Spanien: Licht und Schatten"

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  • Er ist einer der Dampfplauderer von N-TV und hat natürlich nie einen crash vorghergesehen. Allein das belegt, dass es ihn gibt.

  • @Bundesbuerge
    Die Grünen und die SPD fordern Euro-Bonds.
    Nach Umfragen haben diese Parteien ca. 35 bis 40% Wählerunterstützung.
    Offensichtlich möchten viele Deutsche aus "Euro-Solidarität" auch gerne noch spanischen Fußballern Millionengehälter mit bezahlen.
    Wenn man so bekloppt ist ...

  • Stimmt. Man sollte in Spanien bei deren Besserverdienenen und Reichen und überhaupt im Land nachschauen, ob nich noch irgentwo ein Fettauge zu finden ist.
    Und das sollte man auf keinen Fall investieren - jedenfalls nicht in ein Projekt mit positiven ROI oder so, sondern einfach verjuxen oder in Wohl-Fühl "investieren" oder in Ökologie. Auf keinen Fall was, wo man Geld rausbekommt.
    Am besten kauft man Waren aus Deutschland damit, nicht so gut wären welche aus Asien - ginge aber notfalls auch.

    Tja, und mit dem Sparen ists so ein Kreuz. Haben die Geldausgeber nicht regelmäßig argumentiert "Wenn wir 1 Mark zusätzlich ausgeben, dann fließen ja 70 Cents an Steuereinnahmen zurück. Es kostet also nur 30 Cent. Also können wir noch mehr prassen!" - Jetzt beim Sparen nun wirkt der gleiche Effekt eben andersherum.

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