LNG
Die große Blase

Beim Thema Flüssiggas verlieren die Energiekonzerne ihre Contenance. Am Montag bot der US-Ölgigant ConocoPhillips acht Mrd. Dollar für die Partnerschaft mit dem australischen Gasproduzenten Origin Energy - beinahe das Doppelte des Gebots der britischen BG. Auch Petronas und Shell sind bei australischen Gasproduzenten auf Einkaufstour gegangen.

Die Aufregung um Flüssiggas (LNG/Liquid Natural Gas) ist verständlich. Erdgas muss in seinem gasförmigen Naturzustand durch Pipelines transportiert werden. Einmal verflüssigt, lässt es sich überall dorthin verschiffen, wo eine Fabrik es wieder in Gas umwandeln kann und wo Pipelines nicht umsetzbar sind. Zudem ermöglicht es den Verkauf des Gases an den Höchstbietenden.

Auf Jahrzehnte wird ein jährlicher LNG-Produktionsanstieg um vier Prozent erwartet. Langzeitverträge minimieren die Risiken für Produzenten. Auch der voraussichtlich bis zum Jahr 2030 auf etwa 20 Prozent des Gesamtumfangs anwachsende Spotmarkt erscheint profitabel.

Ob sich das alles rechnet? Conoco und Santos haben jeweils für das ungeförderte Gas bezahlt. Damit beginnt erst ein langwieriger und kostenintensiver Prozess. Jede Verflüssigungsanlage kostet um die 4 Mrd. Dollar, ihr Bau dauert mindestens vier Jahre.

Deshalb unterscheiden sich die Gebote von Conoco und BG für Origin so drastisch. Conoco bezahlt 8 Mrd. Dollar für die Hälfte der unterirdischen Gasvorkommen von Origin, muss in den nächsten 14 Jahren aber bis zu 12 Mrd. Dollar investieren. Bei solchen Summen und Laufzeiten lassen sich ein paar Milliarden mehr im Voraus leicht rechtfertigen.

Dafür muss Origin mindestens 25.000 neue Bohrlöcher anlegen; im letzten Jahr haben sie nach Insiderinformationen gerade einmal 20 gebohrt. Zudem müssen die Reserven für eine Auslastung der vier geplanten LNG-Anlagen verdoppelt werden. Vieles spricht für LNG, noch aber kann viel schief gehen.

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