Münchener Rück
Münchener Erweckung

Erwarten Sie nicht eine Wiederholungsvorstellung von Algebris Attacke auf Generali. Für Cevian ist es wahrscheinlicher hinter den Kulissen zu arbeiten, um die schwerfällige Vorstellung des deutschen Versicherungsgiganten zu verbessern. Zur Abwechslung wird eher Kostenbeschneidung als spin-offs an der Tagesordnung sein.

Sogar Fans der Münchener Rück akzeptieren, dass der deutsche Gigant nicht all die Valuta erbracht hat, die er sollte. Cevian hofft nun, durch die Investierung von einer Milliarde Euro für drei Prozent der Anteile diese Valuta frei zuschalten. Aber erwarten sie keinen öffentlichen Ansturm so wie bei Algebris, ein weiterer aktiver Fonds, der letztens auf Generali, den italienischen Versicherer, angesetzt wurde.

Cevians Philosophie ist es, eng mit dem Management zusammen zu arbeiten. Tatsächlich liefen schon seit einigen Monaten ruhige Verhandlungsgespräche zwischen dem Fonds und der Münchener Rück, bis Cevian bekannt gab, dass sie einen Anteil gekauft haben. Nicht eine Bedarfsanfrage wurde offiziell geschickt oder ist zur Presse durchgesickert.

Wenn Cevians Stil sich durch Vorsicht auszeichnet, so sind dies auch die Rechtsmittel in Bezug auf die Schwerfälligkeit der Münchener Rück. Der schwedische Fonds scheint keine dramatischen Schachzüge zu planen, wie zum Beispiel das Erstversicherergeschäft der Münchener zu splitten. Das Hauptaugenmerk liegt hier auf dem schrittweisen Vorgehen, um die Profitabilität des Kerngeschäftes anzukurbeln. Eine Kostensenkung von zehn Prozent quer durch die Münchener Rück könnte circa 600 Millionen Euro im Jahr einsparen. Der Ertragswert wäre dann 20 Euro pro Aktie - oder 15 Prozent des derzeitigen Aktienpreises.

Cevian scheint einen guten Zeitpunkt gewählt zu haben, da die Münchener Rück schon seit einiger Zeit versucht die Kurve zu kriegen, wenn auch in einem stattlichen Tempo. Die Profite von Ergo, dem Erstversicherergeschäft verbessern sich. Aktionäre konnten sich über 2,3 Milliarden Euro an Aktienrückkäufen, in den ersten neun Monaten dieses Jahres, freuen und weitere 8 Milliarden Euro wurden ihnen unter dem "Changing Gear" Programm versprochen, welches Anfang dieses Jahres gestartet wurde. Dividenden von 4,50 Euro pro Aktie sind wie himmlisches Manna, nach den erbärmlichen 1,25 Euro, die noch vor ein paar Jahren ausgeteilt wurden. Als ein Teilerfolg überbot der Aktienpreis diesen Sektor in diesem Jahr.

Angesichts der deutschen Einstellung gegenüber "Heuschrecken-Investoren", ist eine vorsichtige Annäherung an eine der Säulen der Deutschland AG klug. Dies ist ein akzeptables Gesicht des Aktionärs-Aktivismus - eine Erinnerung, dass Aktivismus nicht immer gleich Ärger sein muss. Aber wie auch immer die Strategie des schwedischen Investors sein mag, die wichtigste Qualität die es braucht, ist eine Vorliebe, die Farbe trocknen zu sehen.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%