NBC-Olympia-Berichterstattung
Das richtige Team

Der NBC-Chef glaubt, die hohen Ratings für die Olympia-Berichterstattung werden die Zweifel über die Zukunft des Senders zum Versiegen bringen. Aber selbst wenn, die annualisierten Olympia-Gewinne werden das Ergebnis des Mediengeschäfts nur wenig erhöhen. Die Frage, wie gut sich NBC in das Industriekonglomerat einfügt, bleibt weiter offen.

In vieler Hinsicht übertraf NBCs olympischer Erfolg die Erwartungen. Der Sender erreichte so viele Zuschauer wie nie zuvor in seiner Geschichte. Und im Anzeigengeschäft setzte er 25 Millionen Dollar zusätzlich um, als sich herausstellte, dass die Spiele mehr Zuschauer anzogen als erwartet. Unternehmenschef Jeff Zucker hofft, dass dieser Erfolg die Stimmen verstummen lässt, die von der Zukunft des Senders unter General Electric - der Von-Flugzeugmotor-bis-Kühlschrank-Mutter von NBC - noch nicht überzeugt sind. Aber genau das Gegenteil könnte der Fall sein.

Für sich allein betrachtet war die Peking-Olympia-Investition erfolgreich. NBC zahlte 900 Millionen Dollar für die Übertragungsrechte an den olympischen Spielen. Nimmt man die Produktionskosten hinzu, dürfte die Gesamtrechnung bei rund einer Milliarde Euro liegen. Selbst wenn NBC an diesem Geschäft nur drei Viertel der von manchen Analysten erwarteten 100 Millionen Dollar verdient, wäre das eine Rendite von 7,5 Prozent - wobei der Erfolg noch zusammenschmelzen könnte, wenn man ihn über die gesamte Dauer des Investments betrachtet.

Wie man es auch dreht und wendet, der Olympia-Gewinn ist nicht mehr als ein Tropfen auf den heißen Stein im Mega-Konglomerat GE. 75 Millionen Dollar aus den olympischen Spielen sind gemessen am GE-Gesamtergebnis gerade einmal ein Prozent. Die Gewinne allein sind es also nicht, die GE bewegen, weiter an NBC festzuhalten. Natürlich könnte NBCs Präsenz in China auch dazu beigetragen haben, dass GE Infrastukturaufträge in der Größenordnung von 50 Milliarden Dollar plus erhalten hat. Und natürlich war der Sender hilfreich dabei, sich bei den Machthabern in Peking Liebkind zu machen.

Jetzt aber sind die Spiele beendet. Die GE-Verkäufer müssen nun ihren eigenen Charme spielen lassen, um Aufträge aus China an Land zu ziehen. Und anders als in China, wo Beziehungen alles sind, werden die NBC-Kontakte GE in den westlichen Städten Vancouver oder London, wo die nächsten Spiele stattfinden, nicht viel nutzen.

GEs Manager, so heißt es, haben schon vor Olympia über die Zukunft von NBC nachgedacht. Die Pekingerfahrung war gut, aber sie trägt wenig dazu bei, NBCs Rolle im Konzern klarer zu machen. Immerhin können sich GE-Aktionäre damit trösten, dass das Unternehmen Gewinn gemacht hat - das ist immerhin etwas, das seinen Wert bei einem möglichen Verkauf erhöht.

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