Private Equity
Blackstone sollte auf eigenen Rat hören

Wenn Blackstone den Ratschlägen folgen würde, die sie selbst an andere Unternehmen verteilt, dann würde sie sich wahrscheinlich in ein Privatunternehmen umwandeln. Die Beteiligungs-Gesellschaft unter der Leitung von Steve Schwarzman verbuchte zuletzt einen umfangreichen Nettoverlust. Wenn Schwarzman wirklich daran glaubt, dass er die Schwierigkeiten überwinden kann, dann sollte er sich seine Aktien sichern.

Wenn Blackstone den Ratschlägen folgen würde, die sie selbst an andere Unternehmen verteilt, dann würde sie sich wahrscheinlich in ein Privatunternehmen umwandeln. Die Asset Management-Gesellschaft unter der Leitung von Steve Schwarzman verbuchte im dritten Quartal einen umfangreichen Nettoverlust und hat schon gewarnt, sie könnte ihre Dividende für das vierte Quartal kürzen. Ihre Aktien werden um 75 Prozent unter dem Kurs gehandelt, zu dem sie im vergangenen Jahr an die Börse ging. Und da die Kreditmärkte eingefroren sind und die Portfolio-Vermögenswerte an Wert verlieren, dürften die Aussichten der Firma auch noch eine ganze Weile düster bleiben.

Private Equity-Gesellschaften legen den Unternehmenschefs, die sich ähnlichen Problemen gegenüber sehen, nahe, ihre Firma in ein Privatunternehmen umzuwandeln, so dass sie ihre Schwierigkeiten angehen können, ohne sich vor Aktionären, die sich dauernd in alles einmischen, verantworten zu müssen. Wenn Schwarzman wirklich der Ansicht ist, dass sein Unternehmen diese Herausforderungen bewältigen kann, dann wäre es vielleicht sinnvoll für ihn, sich selbst nach diesen Ratschlägen zu richten und Blackstone-Aktien zu ihren derzeitigen Kursen aufzusammeln. Der jähe Rückgang der Blackstone-Titel würde aus der Finanzierung des Deals ein Kinderspiel machen.

Schwarzman allein hatte bei der ursprünglichen Erstemission (IPO) im Juni des vergangenen Jahres über 677 Mill. Dollar eingefahren, als die Firma Aktien zu 31 Dollar je Anteil verkaufte. Mit diesem Kapital könnte er selbst fast die Hälfte der bei dem IPO emittierten Papiere zurückkaufen, selbst wenn er den bestehenden Aktionären einen Aufschlag um 15 Prozent gegenüber dem derzeitigen Kurs einräumen würde.

Schwarzman müsste dann weitere 700 Mill. Dollar auftreiben, um die restlichen umlaufenden Aktien aufzukaufen. Da die Banken keine Kredite vergeben - und die Firma sich ohnehin die Zinskosten derzeit möglicherweise nicht leisten kann -, bedeutet dies, dass er einen großen Investor überzeugen muss, einzusteigen. Das sollte nicht allzu schwierig sein - tatsächlich könnte einer der bereits bei Blackstone engagierten Anleger, die Chinese Investment Corp, bereit dazu sein, wenn man an ihre jüngsten Anstrengungen denkt, ihren Anteil zu erhöhen. Einige der Investoren in Fonds, die Blackstone verwaltet, könnten auch Interesse haben.

Natürlich hätte Blackstone als Privatunternehmen nicht mehr die Vorteile, die sie überhaupt erst zum Börsengang bewogen hatten, wie etwa die Fähigkeit, ihre Aktien als Lockmittel für Toptalente oder zum Kauf anderer Unternehmen einzusetzen. Aber angesichts der miserablen Entwicklung der Titel ist dies ohnehin kein großer Pluspunkt mehr.

Blackstone erwartet, dass ihr Geschäft in ein paar Jahren wieder besser da steht. Wenn Schwarzman dies wirklich glaubt, dann wäre es sinnvoll für ihn, sich die Vorteile selbst zu sichern.

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