Sainsbury's
Zurück zum Geschäft

War alles nur ein Traum? Es ist erst gut eine Woche vergangen, seit J. Sainsbury sich vom Traum, 13 Mrd. britischen Pfund zu kassieren, verabschieden musste.

Das Angebot einer staatlichen Investmentgesellschaft aus Qatar fiel kurz vor Torschluss durch. Ein brutales Ende für eine acht Monate währende Phase der Übernahmespekulation, in der die Aktienkurse um rund 40 Prozent stiegen. Aber der Blick auf das Halbjahresergebnis des Einzelhändlers aus dem Vereinigten Königreich erweckt den Eindruck, dass die ganze Sache niemals stattfand - zumindest aus dem Blickwinkel des außen stehenden Betrachters. Sainsbury's Chef Justin King, der in kluger Voraussicht von den Verhandlungen mit den Kataris ausgeschlossen wurde, hat jedoch kaum einen Schlag verpasst.

Sainsbury's Handelsspanne stieg auf 2,8 Prozent - besser als im vergangenen Jahr, aber immer noch nicht ganz auf dem Niveau der effizienteren Konkurrenten. Die flächenbereinigten Umsätze konnten dagegen um vier Prozent zulegen und damit den Markt genauso übertreffen wie das Halbjahresergebnis von Marktführer Tesco.

Hinter den Kulissen hat Katars Beinahe-Gebot aber zwei Nachwirkungen hinterlassen. Erstens, ein instabiles Aktionärsregister: Katars Investmentarm sitzt mit einer 25prozentigen Beteiligung unbequem neben der Eignerfamilie Sainsbury, die 18 Prozent der Aktien auf sich vereint, und dem Immobilientycoon Robert Tchenguiz mit 10 Prozent. Das Konfliktpotenzial und das Risiko möglicher Aktienüberhänge ist entsprechend hoch und erklärt zum Teil den 20prozentigen Abschlag beim Buchwert-zu-Ebitda-Verhältnis mit dem Sainsbury's im Vergleich zu Tesco gehandelt wird.

Die zweite Wirkung besteht in der neuerlichen Notwendigkeit, das Management zufriedenzustellen. King besitzt etwa zwei Millionen Aktien, die heute rund 3 Mill. britische Pfund weniger wert sind als im Fall der erfolgreichen Übernahme, ganz zu schweigen von einer möglichen Prämie, wie sie im Rahmen von privaten Beteiligungsfinanzierungen üblich sind. Zwar könnte es King in diesem Jahr immer noch auf 5 Mill. britische Pfund in Cash und Aktien bringen, das aber ist mager im Vergleich zu Tesco-Boss Terry Leahys Einkommenspotenzial von 12 Mill. oder M&S-Chef Stuart Roses 8 Mill. britischen Pfund.

King ist auch nicht der Einzige, der verliert. Andere Mitglieder der Sainsbury's Führungsriege hatten die Hoffnung, ihre Aktienoptionen 40 Prozent über dem gegenwärtigen Marktniveau versilbern zu können und eventuell weitere Anteile zu erhalten. Sainsbury's zahlt seiner Mannschaft, prozentual am Umsatz gemessen, schon weniger als Wm Morrison - und nur genauso viel wie Tesco, obwohl der Konkurrent vor allem in Niedriglohnländern engagiert ist. Vor diesem Hintergrund Weihnachtsstimmung aufkommen zu lassen, bedeutet schon eine beachtliche Leistung.

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