Schon komisch
21 Jahre Fortschritt

Die Wunder der Statistik geben Hoffnung - mitten in der Krise.
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Sind das etwa schon erste Anzeichen eines Aufschwungs? Zunächst sah es in dieser Woche ganz und gar nicht danach aus: Die OECD rechnet jetzt mit einem Anstieg der Arbeitslosenzahl auf über fünf Millionen. Und als ob das nicht schon genug Schwarzmalerei wäre, verblüffte auch noch die hochamtliche Bundesagentur für Arbeit mit einer Nachricht, die düsterer kaum sein könnte: Der abgelaufene Monat sei für den Arbeitsmarkt quasi der schwärzeste seit Beginn der statistischen Aufzeichnungen gewesen. Kein einziges Mal seit 1928, nicht einmal in den bitteren Jahren nach dem "schwarzen Freitag", sei in einem März die Arbeitslosenzahl gestiegen. Nur eben im März 2009 (wenn auch vorerst "nur" auf 3,59 Millionen).

Nun haben die Statistiker noch einmal nachgeschaut - und prompt beinahe kleinlaut einen Fehler eingeräumt: Auch 1949 ist die Arbeitslosigkeit im März gestiegen. Folglich steht es heute längst nicht so düster wie vor 81 Jahren, nur noch wie vor 60 Jahren. 21 Jahre Fortschritt in einer Woche - das weckt doch Hoffnung!

Dietrich Creutzburg
Dietrich Creutzburg
Handelsblatt / Korrespondent

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