Schon komisch
Die Deutsche Bank und der Zauberlehrling

Über die Kunst, so über Pannen zu sprechen, dass keiner mehr weiß, was eigentlich gemeint ist. Am Beispiel der Deutschen Bank.
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Man kann sich richtig vorstellen, wie eine ganze Stabsabteilung bei der Deutschen Bank an diesen fünf Zeilen gefeilt hat. Denn das wahre Dilemma offenbart sich zwischen den Zeilen. Hatte das Kreditinstitut noch vor einer Woche eingeräumt, dass Aufsichtsratschef Clemens Börsig zumindest einen Fall der Spitzelaffäre in der Bank "ausgelöst" hatte, heißt es nun in einer Mitteilung, der Aufsichtsrat habe "die zweifelhaften Methoden nicht legitimiert". Ausgelöst ja, legitimiert nein? Da fühlt man sich fast an Goethes Zauberlehrling erinnert. "Herr, die Not ist groß!" jammert er in dem berühmten Gedicht. "Die ich rief, die Geister, werd ich nun nicht los."

Zum Glück gab es offenbar nicht nur bei Goethe, sondern auch bei der Deutschen Bank einen wahren Hexenmeister, der die wildgewordenen Besen rechtzeitig wieder einfing und den Zauberlehrling auf seinen Platz verwies. Und damit auch für die Zukunft sichergestellt ist, dass bei der Deutschen Bank nur einer zaubert, wurde der Vertrag von Vorstandschef Josef Ackermann am Dienstag um weitere drei Jahre verlängert.

Florian Kolf
Florian Kolf
Handelsblatt / Teamleiter Handel und Konsum

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