Schon komisch
„Ich bin eine Null“

Was Politiker von bescheidenen Country-Sängern lernen kennen. Mit einer Anleitung zum Selber-Dichten.
  • 0

Man ist ja inzwischen nicht einmal in der Straßenbahn vor elektronischen Medien sicher. Jetzt sah ich auf einem der kleinen Nachrichten-Monitore dort die Schlagzeile: "Gabriel: Ich bin eine Null."

Der genauere Blick zeigte: Es geht um Gunter Gabriel. Sie wissen schon, den Mann mit der rauen Stimme. Der hat in einem Anflug von Altersweisheit bekannt: "Ein paar Songs habe ich geschrieben" - aber ansonsten habe er nichts auf die Reihe gekriegt.

So viel Ehrlichkeit würden wir uns von den Politikern auch wünschen: "Ich habe ein paar Wahlkampfreden gehalten und ansonsten nichts weiter bewegt." Wer von den Jungs in Berlin würde das schon zugeben?

Die Politiker - auch die neuen Minister - könnten aber noch mehr von GG lernen. Denn so schlecht waren die Texte gar nicht, die er geschrieben hat - für sich selbst, aber auch für Kollegen. Wie wäre es zum Beispiel mit "Hey Schäuble, ich brauch? mehr Geld" oder "Ich trink auf dein Wohl, Angela"? Und dazu: "Sie ist ein Kerl." Oder vielleicht: "Das wäre Schröder nie passiert."

So besehen, ist er doch keine Null, der Herr Gabriel. Von manchem Politiker bleibt viel weniger im Gedächtnis.

Kommentare zu " Schon komisch: „Ich bin eine Null“"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%