Staatliche Milliardenkredite
Pleite-Pläne für die US-Autobauer

Die US-Regierung vergibt GM und Chrysler Kredite über 17,4 Mrd. Dollar, die sie zurückzahlen müssen, wenn sie bis Ende März nicht einige sehr hohe Hürden übersprungen haben. Das wird schwer. Die Autobauer sollten die ihnen eingeräumte Zeit nutzen, um mit den Mitarbeitern, Gläubigern und Händlern, Abschlüsse auszuhandeln, die sie brauchen werden, um schnell wieder aus der wahrscheinlichen Pleite herauszukommen.

Der Plan von Präsident Bush zur Rettung von Detroit sieht für General Motors und Chrysler wie der direkte Weg in die Pleite aus. Als Möglichkeit deklariert, den beiden Autobauern ein wenig Luft zu verschaffen, konfrontiert der Deal sie in Wirklichkeit mit harten Zielvorgaben, die in nur drei Monaten erreicht werden müssen. Ihr Scheitern ist wahrscheinlich - und dann wären sie gezwungen, Gläubigerschutz nach Kapitel elf der US-Konkursordnung zu beantragen. Das muss nicht notwendigerweise schlecht sein, wenn sie die Zeit, die ihnen gewährt wurde, dazu nutzen, mit den Mitarbeitern, Gläubigern und anderen Abschlüsse auszuhandeln, die sie brauchen werden, um schnell wieder aus der Pleite herauszukommen.

Die Regierung verlangt unter anderem, dass die Autohersteller ihre Schulden um mindestens zwei Drittel reduzieren oder modifizieren, dass sie die Vergütung und die Nebenleistungen für die Führungskräfte und Mitarbeiter senken und neue Abschlüsse mit den Zulieferern und Händlern aushandeln. Am 31. März werden sie zudem beweisen müssen, dass sie "lebensfähig" sind, was mit dem Vorweisen eines positiven Kapitalwerts definiert wird. Dafür erhalten die Unternehmen Kredite mit einem hauchdünnen Zins von drei Prozentpunkten über Libor.

Scheitern die Autoriesen, müssen sie die Kredite zurückzahlen. Da sie die Mittel dazu kaum haben dürften, wird die Regierung in der Lage sein, sie in die Insolvenz zu zwingen. In diesem Fall gehen die Kredite der Regierung in ein Gemeinschuldnerpaket über.

Es mag unmöglich für GM und Chrysler sein, einige der Hürden überspringen zu können - wie etwa die Gesetze einiger Bundesstaaten zum Schutz der Autohändler -, solange sie sich außerhalb der Insolvenz bewegen. Aber sie könnten im Voraus Arrangements mit, sagen wir, Zulieferern, Mitarbeitern und Gläubigern treffen.

Wenn sie am 31. März solche Absprachen und umfassende Umstrukturierungspläne in den Händen hielten, dann wäre ein Antrag auf Gläubigerschutz viel weniger bedrohlich. Das Ganze könnte vielleicht in der Form eines vorher geschnürten Antragspakets über die Bühne gehen, bei dem ein bereits ausgehandelter Plan vom Gericht abgesegnet wird, wodurch die Zeit, die die Unternehmen in der Insolvenz verbringen, minimiert wird - und das Risiko, dass sich die Autokäufer abwenden.

Natürlich besteht die Möglichkeit, dass die Autobauer darauf wetten, den gewählten US-Präsidenten Barack Obama angesichts der Unterstützung, die er aus dem Gewerkschaftslager erhält, dazu bewegen zu können, die Konditionen der Kredite zu lockern. Obama sollte von Vornherein klar stellen, dass er bereit ist, die Unternehmen in die Insolvenz zu zwingen und dass ihre beste Option auf ihr Fortbestehen es ist, sich darauf vorzubereiten.

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