Tarp-Rückzahlung
Ist das US-Rettungsprogramm rentabel?

Das Rettungsprogramm war dazu gedacht, das Vertrauen in die US-Banken wiederherzustellen. Aus den ersten 68 Mrd. Dollar, die die Institute nun wieder zurückzahlen, hat der Staat Gewinne gezogen. Allerdings handelte es sich hierbei um die Stars des Portfolios. Rechnet man die Verluste von AIG und Citigroup dagegen, dann wird die Regierung Schwierigkeiten haben, insgesamt noch in den schwarzen Zahlen zu bleiben.
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Wird sich das Troubled Asset Relief Programme (Tarp) als politische Maßnahme herausstellen, mit der sich tatsächlich auch noch etwas verdienen lässt? Das war eigentlich nicht zu erwarten gewesen, auch wenn offiziell immer das Gegenteil behauptet wurde. Das hauptsächliche Ziel des Schrittes, Kapital in die größten US-Banken zu pumpen, war die Wiederherstellung des Vertrauens in das Finanzsystem - eine Mission, die das Programm weitgehend erfüllt hat.

Doch während die ersten dieser Investitionen nun langsam wieder beim US-Finanzministerium eintrudeln, sieht es ganz so aus, als ob die Steuerzahler eine recht akzeptable Rendite damit einfahren. Das ist allerdings kein Grund für die Regierung, nun der Finanzindustrie gegenüber nachzugeben.

Uncle Sam hält immer noch Vorzugsaktien der Banken im Wert von etwa 130 Mrd. Dollar, wobei einige der Titel, wie etwa im Fall Citigroup, zu Stammaktien werden, wenn Nachzügler kein Kapital bei privaten Investoren einsammeln können. Und dann stehen noch zweistellige Milliardenbeträge aus, die außerhalb des Capital Purchase Programme (CPP) für Firmen wie AIG eingesetzt wurden und die ebenfalls berücksichtigt werden müssen.

Um der Beteuerung des ehemaligen US-Finanzministers Hank Paulson gegenüber dem Kongress gerecht zu werden, das Tarp sei "eine Investition, kein Aufwand", muss die Regierung von US-Präsident Obama in den Verhandlungen mit den Banken hart bleiben, wenn es um die Abrechnung der Warrants geht, die ebenfalls begeben wurden, damit die Steuerzahler im Gegenzug für ihre Hilfe von einer Aufwärtsbewegung profitieren können.

Zugegebenermaßen sind die ersten Ergebnisse ermutigend. Die Firmen, denen für die Rückzahlung von Vorzugsaktien über 68 Mrd. Dollar grünes Licht gegeben worden war, haben Dividenden über annualisierte fünf Prozent erwirtschaftet. Dabei handelt es sich um JPMorgan, State Street, Morgan Stanley, Goldman Sachs, BB&T, Capital One, US Bancorp, Bank of New York Mellon, Northern Trust und American Express.

Da die Regierung im Dezember bei Einführung des Tarp einjähriges Geld zu rund einem Prozent aufgenommen hatte, ergibt sich ein Investmentspanne von rund vier Prozentpunkten, wobei eine angemessene Rendite-Benchmark angesichts der zu berücksichtigenden Risiken wohl eher bei zehn Prozent liegen würde. Darüber hinaus handelt es sich bei diesen Banken vermutlich noch um die robustesten Vertreter ihrer Zunft oder zumindest der Finanzinstitute, die in den vergangenen Monaten einer Reihe von Stresstests unterzogen worden waren.

Das US-Treasury hält im Rahmen des CCP immer noch Vorzugsaktien an fast 600 Finanzfirmen, wobei das Ministerium fast 50 Mrd. Dollar allein in die Citigroup gesteckt hat. Viele dieser Investitionen werden sich vielleicht als kümmerlich herausstellen. Und aus Beteiligungen wie etwa bei der Citigroup und GMAC kommt die Regierung möglicherweise erst in Jahren wieder heraus. Und dann ist sie ja auch noch mit 180 Mrd. Dollar bei AIG engagiert.

Da immer noch so viel auf dem Spiel steht, braucht es nicht viel dazu, dass der Ertrag des Tarp in die roten Zahlen rutscht. Umso entschlossener muss US-Finanzminister Tim Geithner dafür sorgen, dass sein Ministerium einen fairen Schnitt macht, wenn die Banken ihre Warrants zurückkaufen wollen. Bisher ist dies noch nicht der Fall. Die wenigen Milliarden, die das Treasury durch sein Bestehen auf einem angemessenen Marktwert erwarten kann, werden die Milliarden nicht ausgleichen, die es an anderer Stelle verlieren dürfte. Daher zählt jeder Cent.

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