Technologie-Übernahmen
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Take-Two Interactive Software ist vor allem durch „Grand Theft Auto“ bekannt, ein Videospiel mit dem Bandenkrieg, Autodiebstahl – am liebsten von Polizeiautos – und andere Straftaten simuliert werden können. Der Böse im Übernahmepoker ist diesmal aber Konkurrent Electronic Arts, der sich mit seinem unerwünschten Kaufangebot Feinde macht. Auch andere Giganten auf dem Technologiemarkt expandieren zurzeit aggressiv.

Take-Two Interactive Software ist Freunden von Computer-Aktionspielen vor allem durch Grand Theft Auto bestens bekannt, ein Videospiel mit dem Bandenkrieg, Autodiebstahl – am liebsten von Polizeiautos – und andere Straftaten simuliert werden können. Der Böse im Übernahmepoker ist diesmal aber Konkurrent Electronic Arts, der sich mit seinem unerwünschten Kaufangebot über zwei Milliarden Dollar Feinde macht. Die Giganten auf dem Technologiemarkt zeigen sich insgesamt recht aggressiv, wenn man an Microsofts Angriff auf Yahoo und Oracles Zusammenschluss mit BEA Systems denkt. Ihre Taktik aber ist plausibel: Viele der inzwischen den Kinderschuhen entwachsenen Unternehmen versprechen Kostensenkungspotenzial und viele Aktionäre sind unzufrieden.

Die Zeit ist günstig. Technologiewerte werden zu Kursen gehandelt, die seit über zwölf Monaten nicht niedriger waren. Aber Marktführer wie EA und Microsoft häufen immer noch haufenweise Barmittel an. Wenn, wie jetzt, das langfristige Wachstum auf dem Spiel steht, ist es also nur vernünftig, solche Reserven einzusetzen, um die Konkurrenz aufzukaufen.

Da die Grenzkosten technischer Produkte, wie zum Beispiel Software und Videospiele, gegen Null gehen, sie aber andererseits hohe Fixkosten verursachen, können Unternehmensfusionen durchschlagende Synergieeffekte verursachen. Microsoft verspricht Kostenersparnisse von mindestens einer Milliarde Dollar, wenn die Übernahme von Yahoo gelingt. Oracle hat in den vergangenen drei Jahren mehr als 30 Akquisitionen unter Dach und Fach gebracht. Die Aktionäre sind mit dem Ergebnis zufrieden. Ihre Oracle-Aktien legten im gleichen Zeitraum um 44 Prozent zu und ließen damit den Branchendurchschnitt weit hinter sich.

Warum Take-Two für EA zum begehrten Ziel geworden ist, ist leicht nachzuvollziehen. Im vergangenen März haben die Take-Two-Aktionäre fünf von sechs Boardmitglieder aus dem Unternehmen gedrängt und Strauss Zelnick zum Vorsitzenden gemacht. Seitdem enttäuscht Take-Two – vor dem Übernahmeangebot war die Aktie bereits um 20 Prozent in den Keller gerutscht. Diese Entwicklung und EAs Verlangen nach Take-Twos betriebsinterner Spieleproduktion sowie dem Grand-Theft-Auto-Geschäft machen die Logik hinter dem unfreundlichen Übernahmeangebot deutlich.

Natürlich klingt EAs Offerte nach Opportunismus. Take-Twos nächste Version der Autoverfolgungsjagd kommt voraussichtlich am 29. April auf den Markt. Die Aussicht auf einen neuen Kassenschlager könnte andere Bieter, wie zum Beispiel Viacom, auf den Plan rufen. Take-Two sollte also nicht überrascht sein, dass EA aus dem ursprünglich privaten Angebot ein öffentliches gemacht hat. In Grand Theft Auto wird ein Fahrzeug gestohlen, dessen Fahrer aus dem Wagen gezerrt und bewusstlos geschlagen wird. In der Technologie-Industrie geht es vielleicht nur ein bisschen subtiler zu.

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