US-Konsum
Strahlendes Lächeln

Wegen der Krise sparen die Kunden sogar an der Körperpflege. Colgate-Palmolive und Procter und Gamble sind davon betroffen. Aber Zahnpasta geht besser als Shampoo. Warum Colgate sonst noch besser aus durch die Krise kommt als der große Konkurrent.
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Colgate und P&G verbuchten rückläufige Quartalsumsätze. Doch da der Produktmix von P& G beliebiger ist, wurde die Verbrauchsgütergruppe stärker in Mitleidenschaft gezogen. Colgate kürzte dagegen die Kosten aggressiver und erzielte einen Gewinnanstieg um neun Prozent. Das Unternehmen scheint besser dafür gerüstet, der Rezession die Stirn zu bieten.

Colgate-Palmolive kann mit einem strahlenden Lächeln auf die jüngsten Quartalsergebnisse blicken. Zwar musste der Seifen- und Zahnpastahersteller globale Umsatzeinbußen verkraften. Trotzdem hat er sich immer noch besser geschlagen als der Verbrauchsgüterkonkurrent Procter & Gamble (P&G), dessen Produktmischung willkürlicher ist. Das Geschäft von Colgate sieht widerstandsfähiger aus, die Kosten der Firma bewegen sich im Einklang mit der Umsatzverringerung nach unten, so dass das Unternehmen insgesamt besser dafür gerüstet zu sein scheint, die Rezession zu überstehen.

Mitstreiter P&G, der unter anderem Gillette-Rasierer produziert, verbuchte im ersten Quartal einen Umsatzrückgang um acht Prozent. Am schwersten getroffen wurden die Segmente Kosmetika und Körperpflege, bei denen die Umsätze um neun Prozent beziehungsweise 16 Prozent nachgaben. Organisches Wachstum verzeichneten die Bereiche Baby- und Haustierpflege und Haushaltsreiniger. Die Kunden gehen selektiver vor: Während sie sich bei gewissen Waren wie Shampoos nicht mehr für die teuerste Variante entscheiden und vielleicht auch die neueste Rasierklingenversion links liegen lassen, sind sie dennoch bereit, für das, was ihnen wirklich am Herzen liegt, mehr auszugeben: für Kinder, Haustiere und die Wohnung.

Und offensichtlich auch für ihre Zähne. Diese Verlagerung bei den Kaufgewohnheiten hat Colgate gestützt. Die Firma erwirtschaftet über 40 Prozent ihres Umsatzes mit ganz normalen Zahn- und Mundpflegemitteln, neben anderen Produkten des täglichen Bedarfs. Der Umsatz in Nordamerika erhöhte sich leicht um drei Prozent, sank aber in anderen Regionen, so dass insgesamt ein Minus um 5,6 Prozent entstand. Doch die Kosten verringerten sich in größerem Umfang, nämlich um 7,6 Prozent. Daher konnte das Unternehmen nicht nur den Nettogewinn steigern, sondern auch die Bruttomargen um fast einen ganzen Prozentpunkt anheben.

Während Colgate also besser gewappnet scheint, dem derzeitigen Abschwung die Stirn zu bieten, werden die Aktien beider Verbrauchsgütergruppen mit dem etwa 12,5fachen des für 2010 geschätzten Ergebnisses auf fast dem gleichen Niveau gehandelt. Das bedeutet, dass Colgate im Vergleich zu P&G auch die Portfolios der Investoren heller erstrahlen lassen kann.

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