US-Rettungspläne
Und der Verlierer ist: Der US-Steuerzahler

Das Rettungspaket der neuen US-Regierung enttäuscht: Wie die Mannschaft von Bush schreckt auch das Team Obama davor zurück, die staatlichen Rettungspläne mit aggressiven Bedingungen auszustatten oder dafür zu sorgen, dass die Steuerzahler an einer möglichen Aufwärtsbewegung teilhaben können. Erneut werden die Steuerzahler dazu verdammt, vergangene und künftige Privatinvestoren zu subventionieren.

Tim Geithners neue Variante des Troubled Asset Relief Programme (Tarp) mag ein wenig umfassender gestaltet sein als das, was wir schon kennen. Aber wie sein Vorgänger im Amt des US-Finanzministers, Hank Paulson, schreckt auch Geithner davor zurück, die staatlichen Rettungspläne mit aggressiven Bedingungen auszustatten oder dafür zu sorgen, dass die Steuerzahler an einer möglichen Aufwärtsbewegung teilhaben. Das bedeutet, dass die Steuerzahler immer noch dazu verdammt sind, vergangene und künftige private Investoren zu subventionieren.

Nehmen wir einmal das jüngste "Bad Bank"-Konzept in einem Volumen von 500 Milliarden bis zu einer Billion Dollar, das gemeinsam von der Regierung und dem Privatsektor finanziert werden soll. Einzelheiten dazu sind nach der Ankündigung vom Dienstag enttäuschender Weise immer noch dünn gesät, was zu einem Absacken der Aktienmärkte beigetragen hat. Auf jeden Fall werden Investoren aus dem Privatsektor nicht anbeißen, wenn zweifelhafte Vermögenswerte von den Banken nicht zu echten Marktpreisen - oder gar zu einem Abschlag - gekauft werden. Damit könnten sich die Kreditinstitute weiteren Abschreibungen gegenüber sehen. Um diese zu umgehen oder zu minimieren, könnte die US-Regierung die Preise stützen, indem sie sich bereit erklärt, etwa über Garantien künftige Abwärtsbewegungen zu absorbieren.

Und solange die Regierung nicht auch in großem Stil an einer möglichen Aufwärtsbewegung teilhaben kann - zum Beispiel, wenn zweifelhafte Vermögenswerte letztendlich mehr wert sind als erwartet - dann können die Steuerzahler selbst im besten Falle nicht wirklich besser abschneiden, als gerade einmal die Gewinnschwelle zu erreichen und dürften wahrscheinlich am Ende draufzahlen.

Das könnte immer noch ein legitimes Resultat sein - vorausgesetzt, das Finanzministerium legt dies deutlich dar und zwingt Gruppen wie Aktionäre und Gläubiger von Banken, die Regierungshilfe erhalten haben, dazu, das Leid zu teilen.

Dieser Teil der Wählerschaft hat bereits gelitten, weil die Kurse der Wertpapiere, die sie halten, stark gesunken sind. Aber es spricht einiges dafür, in solchen Fällen zumindest die Aktienbesitzer leer ausgehen zu lassen, als sie weiter mitspielen zu lassen - und sich einen Großteil der Aufwärtsbewegung zu sichern.

Geithner hat strengere Konditionen für künftige Kapitalspritzen im Sinn und er plant, härter als Paulson vorzugehen, was die Bezahlung und Vergünstigungen der Manager angeht. Bisher allerdings bringen die Billionen an Regierungsinvestitionen, Garantien und anderen Programmen vor allem den Steuerzahlern beträchtliche Nachteile und nur minimale Vorteile. Um Privatinvestoren in die Bad Bank zu locken, dürfte wahrscheinlich eine ähnliche Gleichung anzuwenden sein. Sicher, die Steuerzahler werden nicht das ganze Geld verlieren, das sie eingesetzt haben. Aber vieles von dem, das sie verlieren werden, wandert in die Taschen der vergangenen und künftigen Bankinvestoren - sowohl in die der guten wie die der schlechten.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%