Was vom Tage bleibt
50 Cent gegen Spanien

Es gibt sie, die breiten Mehrheiten gegen Spanien-Hilfen - allerdings nicht im Bundestag. Bei Nokia ist es zappenduster, Schlecker schuldet bis zu eine Milliarde Euro und Opel ist jetzt erste Liga. Der Tagesrückblick.
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Guten Abend,

Spanien und die Mehrheiten

Als der Fernsehsender n-tv heute von der Bundestagsdebatte über die Finanzhilfen für Spanien berichtete, wurde eine Umfrage eingeblendet. Satte 94 Prozent der Zuschauer seien gegen weitere Unterstützung der Südländer, so das Zwischenergebnis. Mindestens 50 Cent pro Anruf kostete diese Meinungskundgebung. Das Geld wäre in einer Spanien-Rettung sicherlich besser angelegt gewesen. Im Bundestag war das Bild sowieso umgekehrt: Eine breite Mehrheit stimmte für die Milliardenstütze zur Stabilisierung des spanischen Bankensystems. Ein großer Eklat blieb aus - und das war gut so.

Schleckers offene Rechnungen

Der Insolvenzverwalter des Schlecker-Imperiums hat abgerechnet: Insgesamt eine Milliarde Euro fordern Gläubiger aus der Insolvenzmasse. Zu welcher Quote diese Forderungen erfüllt werden, ist ungewiss. Im getrennten Verfahren rund um die Tochter IhrPlatz gibt es zumindest einen Lichtblick. Ein zweites Filial-Paket ist verkauft worden - an den österreichischen Betreiber der Discount-Ketten Pfennigpfeiffer und Mäc Geiz. Dass jemand, der Geschäfte mit solchen Namen betreibt, sich in Insolvenzmassen umschaut, erschließt sich schnell.

Nokia meldet SOS

Ein Retter muss her, das scheint angesichts der Geschäftsentwicklung beim Handy-Hersteller Nokia immer wahrscheinlicher. Satte 1,4 Milliarden Euro Verlust hat der Konzern in drei Monaten eingefahren, der Umsatz fiel um beinahe 20 Prozent. Microsoft hat bereits eine Allianz mit den Finnen besiegelt und könnte als Retter in Frage kommen. Doch ist es wirklich schlau, in ein fallendes Messer zu greifen?

Frontenwechsel à la VW

Die Nähe von Betriebsrat zu Management hat für Volkswagen schon hässliche Schlagzeilen produziert. Lustreisen des Betriebsrats waren vom Konzern bezahlt worden, eine Hand wusch die andere. Dass jetzt der Sprecher des VW-Betriebsrats in das Salzburger Büro des Autokonzerns wechselt und dort künftig für Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch arbeiten wird, ist also kaum eine Überraschung. Nur bei jedem anderen Unternehmen sähe das anders aus.

Opel Borussia

Für einen kurzen Moment konnte sich heute der neue Opel-Chef Thomas Sedran im Erfolg sonnen. In der neuen Saison unterstützt der Autohersteller das Meisterteam von Borussia Dortmund. Für ein Trikot-Sponsoring hat es wohl nicht gelangt angesichts anhaltend roter Zahlen. Aber immerhin sollen die Dortmunder Spieler künftig in Opels zum Training fahren. Aber schon andere Sponsoren mussten die traurige Erfahrung machen, dass viele Spieler und Trainer lieber auf andere Fahrzeuge als die „Hausmarke“ setzen. Lukas Podolski wurde beim 1.FC Köln jedenfalls selten in einem Ford gesichtet.

Ihr

Martin Dowideit

Der Autor auf Twitter: @MDowideit

Martin Dowideit, Leiter Digitales, Handelsblatt.
Martin Dowideit
Handelsblatt / Leiter Digitales

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  • Toller Artikel: Doof wie Deit. Aber was ist Deit?

  • Folgendes Dankesschreiben darf gerne an alle verschickt, gedruckt und sonst wie verteilt werden:

    Vielen Dank Abgeordnete/r, dass sie mit ihrer Zustimmung zum ESM am 29.06.2012 die europäische Schuldenunion ermöglicht haben.

    Vielen Dank, dass ich jetzt mit meinen Steuern für die sozialen Guttaten eines Monsieurs Hollande, die Spareinlagen von Spaniern, Italienern, Portugiesen, die Fehlspekulationen amerikanischer Hedgefonds, die nicht geforderten Steuern von griechischen Reedern, ... also Alles, was unsere "Freunde" in der EU nicht zahlen wollen, aufkommen darf.

    Vielen Dank auch, dass in der Folge bei uns die Steuern und Beiträge erhöht werden, die Sozialausgaben gekürzt werden, öffentliche Einrichtungen geschlossen werden, unsere Infrastruktur noch mehr verfallen wird.

    Ich bin stolz darauf, dass ich als echter Europäer meinen von meinen Eltern und deren Vorfahren erarbeiteten Wohlstand an die bedürftigen Staaten der EU abgeben darf.

    Ich bin stolz auf unsere Abgeordneten, die mit solcher Sorgfalt und deutscher Gründlichkeit ihr eigenes Volk an die internationale Finanzmaffia verraten und verkauft haben und es zu deren Zinssklaven über Generationen hinweg gemacht haben.

    Ich bin stolz auf dieses zur Parteiendiktatur verkommene Abnick-Parlament, das mit großer Mehrheit die Demokratie und das deutsche Grundgesetz mit Füssen tritt.

    Ich bin dankbar, dass endlich nicht mehr ein demokratisch gewähltes Parlament (?) über den deutschen Staatshaushalt verfügt, sondern ein in keinster Weise demokratisch legitimiertes Gremium von Abzockern und Erfüllungsgehilfen der Finanzlobby.

    Selbstverständlich werde ich diese überragenden Wohltaten für die deutschen Steuerzahler,
    die sie mit schier übermenschlichen Kraftanstrengungen und mit höchster persönlicher Aufopferung vollbracht haben, mit der Wahl ihrer Partei honorieren - so lange ich lebe.

    Darauf gebe ich ihnen mein Ehrenwort.

  • Müssig darüber zu streiten ob ein Anruf zur Spanien Abstimmung mehr oder weniger 50 cent kostet, und wie das gemeint war mit dem Nutzen für Spanien mit dieser Summe. Seid doch nicht so kleingeistige Kritiker! Die wichtige Botschaft ist, dass 94% der Anrufer gegen die Spanien Hilfe vom deutschen Steuerzahler sind, dass Schäuble und Co vor der Abstimmung falsche Informationen gaben, dass Deutschland dieses Geld nie wieder sehen wird, während bei uns die Strassen und die Schulen verfallen... sprecht mit Euren Abgeordneten!

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