Was vom Tage bleibt
Der große Gold-Irrtum

Der Preis des Edelmetalls verharrt auf Drei-Jahres-Tief. Die Deutsche Bank zahlt – jedenfalls für die Immobilienkrise. Taugt Chodorkowski zum Held? Ritter Sport bleibt hart. Der Tagesbericht.
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Guten Abend liebe Leserinnen und Leser,

Enttäuschte Goldgräber

Gold ist die Enttäuschung des Jahres. Genauer gesagt: der vergangenen drei Jahre. Jedenfalls ist der Goldpreis auf ein Drei-Jahres-Tief gefallen. Wer es immer noch nicht glauben konnte, hat es damit nun auch in seiner Bilanz stehen: Gold ist totes Kapital. Aktien bedeuten Eigentum an hoffentlich produktiven Firmen, Geld lässt sich investieren, Edelsteine lösen immerhin Entzücken aus – aber Gold ist tot. Wer leben will, muss es verkaufen.

 

Sünden der Vergangenheit

Immerhin den einen Vergleich hat sie geschlossen, die Deutsche Bank. Und zwar den mit den amerikanischen Immobilienfinanzierern, denen sie unrichtige Angaben über Kredite geliefert hat. Die Bank trug damals so ihren Teil zum Ausbruch der Finanzkrise bei, weswegen sie nun 1,4 Milliarden Euro zahlt, um die Wunde zu heilen. Den anderen Vergleich lehnt sie jedoch hartnäckig ab: den mit den Kirch-Erben. Dort wendet sich das Blatt gegen die Bank. Es hat den Anschein, als haben einige ihrer Manager vor Gericht gelogen. Das muss alles vor dem Kulturwandel passiert sein.

Helden gesucht

Michail Chodorkowski, den Wladimir Putin einst so sehr fürchtete, dass er ihn zehn Jahre einsperrte, ist auf freiem Fuß und ausgerechnet in Berlin gelandet. Snowden war uns zu heikel, den begnadeten Putin-Gegner, den können wir immerhin empfangen. Wenn der Mann das Zeug zum Helden hat, wird er die politische Arbeit aufnehmen. Wenn nicht, kauft er sich einen Fußballverein.

 

Nichts als die Wahrheit

Ritter Sport gegen Stiftung Warentest: Der Streit darum, ob die Schokolade künstliche oder natürliche Aromastoffe enthält, wurde heute vor einem Richter in München fortgeführt. Der regte einen Vergleich an, die Streithähne lehnten ab. Völlig zu recht: Schließlich kann es nur eine Wahrheit geben. So lange die nicht auf dem Tisch liegt, wird munter gestritten, und die Schokolade schmeckt so oder so.

 

Guten Appetit wünscht Ihnen

Oliver Stock

Oliver Stock
Oliver Stock
Handelsblatt / Stellvertretender Chefredakteur

Kommentare zu " Was vom Tage bleibt: Der große Gold-Irrtum"

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  • Hallo Don Sarkasmo,

    das mit den griechischen Anleihen war nicht Herr Stock sondern Herr Steingart, der sie so warm den deutschen
    Anlegern empfohlen hat. Da zwischen Stock und Stein ein gewisser Unterschied waltet, sollte man nicht über denselben stolpern. LOL

  • Der Herr Stock muß gar nichts eingestehen, hat er doch bei den so solidarisch wärmstens empfohlenen griechischen Anleihen auch nicht gemacht.
    Man müßte diese Schwätzer haftbar machen können ....

  • Sehr geehrter Herr Stock,

    haben Sie eigentlich Ihre griechischen Anleihen noch ??

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