Was vom Tage bleibt
Deutschland wächst

Die deutsche Wirtschaft steht vor guten Jahren, Österreich hadert mit seinen Banken. Der Metro-Konzern sucht nach neuen Geschäften, Spanien kontrolliert den Fußball und Gen-Mais darf angebaut werden. Der Tagesrückblick.
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Guten Abend liebe Leserinnen und Leser,

Mehr an Zuversicht

Jede Regierung sonnt sich natürlich gern im Licht schönster Wirtschaftsdaten. Und wenn die Stimmung im Land etwas daniederliegt, dann wird an der Wirtschaftsstatistik vielleicht noch einmal etwas Hand angelegt. Aber mit den neuesten Daten liegt die Bundesregierung völlig richtig: Der Jahreswirtschaftsbericht bescheinigt Deutschland für dieses und auch das kommende Jahr ziemlich ordentliche Wachstumsraten. Es gibt also durchaus berechtigten Anlass für eine gehörige Portion an Optimismus. Wir alle sollten uns über diese guten Aussichten freuen. Und unseren gebeutelten Nachbarländern vielleicht etwas von diesem Optimismus abgeben.

Bad Bank

Sogar das reiche Österreich könnte eine Portion Zuversicht gebrauchen. Die Alpenrepublik hat nämlich ein Problem mit seinen Banken, allen voran mit der früheren BayernLB-Tochter Hypo Alpe Adria. Kein Mensch kann heute seriös sagen, was die Abwicklung der Kärntner Skandalbank kosten wird. Sie dürfte die österreichischen Steuerzahler aber sicherlich mit einem gewaltigen Milliardenbetrag belasten. Die Staatsverschuldung in Österreich ist in den vergangenen Jahren schon ziemlich stark gestiegen. Die Sanierung der Hypo Alpe würden unsere Nachbarn dann nämlich nicht mehr so einfach wegstecken. Und wenn dann noch die anderen extrem stark in Osteuropa engagierten Banken größeren Ärger etwa in der Ukraine oder in Ungarn bekämen – dann hätte Österreich ein echtes Finanzierungsproblem.

Von Delle zu Delle

Der Metro-Konzern hat auch schon bessere Zeiten gesehen. Im Moment quält sich das Düsseldorfer Unternehmen von Umsatzdelle zu Umsatzdelle, so recht kommt die Metro nicht vom Fleck. Dahinter steckt natürlich auch das Problem, dass der klassische Einzelhandel in den deutschen Innenstädten längst nicht mehr so rund läuft wie in der Vergangenheit. Nun will die Metro also verstärkt auf den Online-Handel setzen. Eine vernünftige Einsicht, denn im Internet gibt es sie noch, die ordentlichen Wachstumsraten. Hoffentlich kommt die Idee der Metro-Oberen nur nicht zu spät.

Geldmaschine

Der Sport und insbesondere der Fußball sind für die meisten von uns aus dem täglichen Leben nicht mehr wegzudenken. Und weil sich viele Millionen Menschen so stark für den Fußball interessieren, hat natürlich auch das Big Business den Sport für sich entdeckt. Fußball steht heute für stark wachsende Dienstleistungsunternehmen aus der Freizeitbranche. Weil auf dem Fußballfeld inzwischen große Milliardenbeträge gedreht werden, ruft das nun auch die staatliche Aufsicht auf den Plan – wie etwa in Spanien. Dort will die Regierung für eine gerechtere Aufteilung der wichtigen Fernsehgelder sorgen, weil davon überwiegend Real Madrid und der FC Barcelona profitieren, nicht aber die kleineren Vereine. Die Analogie ist eindeutig: Real und Barca stehen für ein Oligopol im Fußball, die spanische Regierung übernimmt die Kartellaufsicht.

Glaube, Aberglaube?

Dürfen wir oder dürfen wir nicht? Moderne Glaubensrítter wollen uns seit Jahren weismachen, dass in Deutschland keine genmanipulierten Pflanzen angebaut werden dürfen. Warum eigentlich nicht? Auch die Natur verändert die genetische Zusammensetzung ständig, dann wird es doch wohl auch der Mensch dürfen. Etwas mehr Gelassenheit im Umgang mit diesem Thema tut uns allen gut. Und deshalb spricht nichts dagegen, den Anbau von Gen-Mais und anderen Pflanzen endlich einmal auszuprobieren. Die EU hat den Weg dazu freigemacht, dann sollten wir diese Chance auch nutzen.

Ich wünsche Ihnen einen entspannten Abend mit einer gehörigen Portion Gelassenheit. Ihr

Stefan Menzel

Stefan Menzel ist beim Handelsblatt der Spezialist für die Automobilbranche.
Stefan Menzel
Handelsblatt / Korrespondent Automobilindustrie

Kommentare zu " Was vom Tage bleibt: Deutschland wächst"

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  • Lösung: als erstes Goldschmied fabian gucken. Dann prof. bernd senf "tiefere ursachen der weltfinanzkrise", andreas popp "danistakratie" und mario fleischmann "das zwangsgeldsystem". Wenn mans dann verstanden hat, findet man noch unzähliges im www dazu...

  • Deutschland waechst?

    Die weltweite Ueberschuldung von Staat, Wirtschaft und Gesellschaft ist nicht zu leugnen. Eigentlich muessten Schulden zurueckgefuehrt werden. Zahlung oder Abschreibung! Aber sie steigen weiter. Siehe USA! Auch in Europa moechte die EZB die Banken am liebsten zur Kreditvergabe zwingen. Mit Negativzinsen auf Einlagen bei der Zentralbank. Es gaebe eine Kreditklemme.

    Mit steigender Verschuldung waechst das Kreditausfallrisiko. Eigentlich muessten damit auch die Zinsen steigen als Ausgleich fuer erhoehtes Risiko. Die Zinsen steigen aber nicht, weil die Zentralbanken sie kuenstlich niedrig halten. Das geht nur dann, wenn die Zentralbank streikende Privatanleger ersetzt. Die Zentralbank muss direkt oder indirekt Schulden mit frisch gedrucktem Zentralbankgeld aufkaufen. Sonst bekommen die Schuldner entweder keinen Kredit mehr oder die Zinsen fangen an zu galoppieren. Und das Ausweiten des Zentralbankgeldes fuehrt zwangslaeudig zu Inflation.

    Wir haben gar keine Inflation? Abwarten. Irgendwann bahnt sich die Ueberschussliquiditaet einen Weg in die Realwirtschaft. Dann kann man die Liquiditaet wieder abschoepfen? Eher glaube ich an den Weihnachtsmann.

    Hoffen wir also, dass die deutsche Wirtschaft 2014 waechst. Aber wenn die Schulden weiterwachsen ist irgendwann Schluss!

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