Was vom Tage bleibt
Die große Überraschung

Die Konservativen gewinnen in Großbritannien, die Hypo Alpe Adria muss zahlen. Toyota bleibt in Führung, BMW spart in Russland und Aldi geht auf Entdeckungsreise auf Mallorca. Der Tag im Rückblick.
  • 0

Guten Abend liebe Leserinnen und Leser,

Pleite für die Wahlforscher

So, David Cameron darf nun also weitermachen. Der klare Wahlsieg der Konservativen ist zunächst einmal eine schallende Ohrfeige für die britischen Meinungsforscher, die ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit der Labour Party vorausgesagt hatten. Nun kann Cameron sogar alleine regieren, ohne den bisherigen Koalitionspartner, die Liberaldemokraten. Klar ist jetzt, dass die Briten in zwei Jahren in einem Referendum über die EU-Mitgliedschaft entscheiden werden. Hoffentlich sehen sie bald ein, dass ein Ausscheiden aus der EU der völlig falsche Weg wäre. Let’s keep our fingers crossed!

Vermeintlicher Sieg

Auf den ersten Blick klingt es wie ein großer Sieg: Ein Münchener Gericht hat am Freitag entschieden, dass die Kärntner Hypo Alpe Adria milliardenschwere Kredite an die frühere Mutter BayernLB zurückzahlen muss. Keine Überraschung. Denn wer hätte schon erwartet, dass ein bayerisches Gericht gegen die eigene Landesbank entscheidet. Möglicherweise werden die Österreicher das Urteil deutscher Richter am Ende nicht anerkennen. Ein neutraler Schlichter aus einem anderen Land muss zur Kompromisssuche her, sonst passiert wahrscheinlich gar nichts.

Hindernislauf

Toyota hat am Freitag beeindruckende Zahlen präsentiert. Der weltgrößte Automobilhersteller kann wieder mit seiner Profitabilität glänzen und hält den deutschen Konkurrenten Volkswagen auf Abstand. Die Wolfsburger haben sich das Ziel gesteckt, Toyota spätestens im Jahr 2018 als Nummer eins der Welt ablösen zu wollen. Ein zweifelhaftes Ziel. Was sagen Stückzahlen und Umsatz schon aus? Nicht besonders viel. VW sollte sich stattdessen mehr um die eigene Profitabilität kümmern und die Rendite verbessern. Da liegen die wahren Probleme, das sind die echten Baustellen für den deutschen Autokonzern.

Kein Geld für Russland

BMW verzichtet bis auf Weiteres auf den Bau einer weiteren Fabrik in Russland. Eine logische und konsequente Entscheidung. Russlands Präsident Putin hat seit dem Einmarsch in die Ukraine alles dafür getan, das Verhältnis zu westlichen Investoren zu verschlechtern. Weshalb sollte BMW frisches Geld in die Hand nehmen, wenn die politischen und wirtschaftlichen Aussichten in Russland so miserabel sind? Putin muss seinen Kurs ändern, sonst kommen überhaupt keine neuen Investoren mehr.

Ein Stück Heimat

Mallorca ist der Deutschen liebstes Urlaubsziel. Es gibt keinen anderen Ort in der Welt, der deutsche Urlauber mit dieser Kontinuität und Beständigkeit anlockt. Natürlich erwarten die Deutschen auch auf den Balearen das eine oder andere Stück Heimat. Künftig wird es davon noch deutlich mehr geben: Aldi eröffnet auf einen Schlag gleich sechs Märkte auf der Insel. Wer muss angesichts einer solch guten Rundumversorgung überhaupt noch zurück nach Deutschland?

Genießen Sie den Abend und freuen Sie sich auf das Wochenende – es soll richtig schön werden. Es grüßt Sie herzlich

Stefan Menzel

Stefan Menzel ist beim Handelsblatt der Spezialist für die Automobilbranche.
Stefan Menzel
Handelsblatt / Korrespondent Automobilindustrie

Kommentare zu " Was vom Tage bleibt: Die große Überraschung"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%