Was vom Tage bleibt
Für Deutschland wird es teurer

Die Renditen für deutsche Anleihen steigen wieder und bei der Commerzbank geht der Umbau weiter. Deutsche Ökonomen erfinden sich neu, Bosch hat ein Problem und Samsung wird ganz klein. Der Tag im Rückblick.
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Guten Abend liebe Leserinnen und Leser,

Zwei Prozent

Krise, immer nur Krise. Wahrscheinlich können wir das alles nicht mehr hören. Umso schöner ist es doch, wenn es erste Anzeichen der Besserung gibt. Wie etwa auf dem Markt für deutsche Staatsanleihen. Die Verzinsung für Papiere der Bundesrepublik ist erstmals wieder über die wichtige Marke von zwei Prozent geklettert. Investoren ziehen sich also aus dem sicheren Hafen Deutschland zurück, weil sie die Anlage in anderen, risikoreicheren Ländern wieder für lohnenswert halten. Das spricht dafür, dass der Krisenfaktor langsam an Bedeutung verliert. In Europa könnte es also tatsächlich schrittweise aufwärts gehen.

Mit Stehvermögen

Martin Blessing ist es wahrscheinlich schon gewohnt, dass er immer wieder Prügel einstecken muss. Kaum ein Tag vergeht, an dem der Kurs des Commerzbank-Chefs nicht doch wieder scharf kritisiert wird. Irgendwie ist das Stehvermögen von Blessing bewundernswert: Er hält alle Schläge aus und arbeitet unbeirrt am Umbau der Bank weiter. Wie etwa an der Neuausrichtung des Vorstands, der an die veränderten Geschäftsbedingungen angepasst werden muss. Natürlich sind die Zweifel an der Commerzbank und ihrer Führung immer noch groß. Aber vielleicht klappt der Umbau ja doch noch.

Blick aufs Ganze

Deutsche Ökonomen haben sich in der Vergangenheit gern in die kleinste Ecke der wirtschaftswissenschaftlichen Forschung zurückgezogen. Unter Experten heißt dieses Fachgebiet Mikroökonomik, das sich mit den kleinsten Dingen des Wirtschaftens beschäftigt. Nun kommen deutsche Forscher langsam wieder aus dieser Ecke heraus und entdecken die Königsdisziplin der Wirtschaftswissenschaften, die Makroökonomik. Auch das ist eine gute Nachricht: Unserem Land wird es nicht schaden, wenn die führenden Köpfe an den Wirtschaftsfakultäten einen besseren Blick aufs Ganze haben.

Rückruf mal anders

Jedes Kind kennt Bosch als großen Autozulieferer. Wischerblätter, Zündkerzen, Pumpen – das gehört zum Standardrepertoire des Stuttgarter Konzerns. Häufig wird dabei vergessen, dass Bosch über sein Gemeinschaftsunternehmen mit Siemens auch zu den großen Herstellern von Haushaltsgeräten gehört. Spätestens jetzt hat sich diese Bosch-Sparte in Erinnerung gerufen. Wegen Brandgefahr müssen Millionen an Geschirrspülern zurückgerufen werden. Aber auch das hat irgendwie seine positive Seite: Dieser Mega-Rückruf sollte gut funktionieren. Bosch ist ein gewichtiger Vertreter der Automobilindustrie. Und in dieser Branche gehören Rückrufe doch schon zum Alltagsgeschäft.

Klein, kleiner, am kleinsten

Schneller, besser, aber eben vor allem noch kleiner. Nach diesem Muster vollziehen sich die technischen Entwicklungen in der IT-Branche. Samsung hat seine erste Smartwatch vorgestellt. Jetzt gibt es das Smartphone also verkleinert für das Handgelenk und mit einer Rechnerkapazität, von der frühere Computerbauer nur träumen konnten. Dem Trend zur Miniaturisierung sind wohl theoretisch keine Grenzen gesetzt. Irgendwann dürften nur unsere Finger nicht mehr mitspielen, weil sie einfach zu groß sind. Aber wer weiß: Vielleicht fällt den Koreanern auch noch eine Lösung für dieses Problem ein.

Einen ungestörten und ruhigen Abend wünscht Ihnen

Stefan Menzel

Stefan Menzel ist beim Handelsblatt der Spezialist für die Automobilbranche.
Stefan Menzel
Handelsblatt / Korrespondent Automobilindustrie

Kommentare zu " Was vom Tage bleibt: Für Deutschland wird es teurer"

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  • DIE GRÜNEN UND IHRE GESSINUNGSGENOSSEN, DASS ANDEREN DER EINTRITT VERWEHRT WIRD.


    >>Gestern erhielt ich die Mitteilung, daß der Vermieter der Räumlichkeiten für den 2. zwischentag (5. Oktober) dem politischen Druck nicht mehr standhalten könne. Anrufe von parteilicher, gewerkschaftlicher und staatlicher Seite (Polizei!) sowie Drohung aus antifaschistischen Kreisen hätten sich seit Montag so gehäuft, daß man Schaden für Haus und Ruf erwarte und beides nur durch eine Kündigung der zwischentag-Räumlichkeiten abwenden könne.<<

    http://korrektheiten.com/2013/09/05/zwischentag-am-5-oktober-raeumlichkeiten-gekuendigt/

    Nicht einmal ein betont g e m ä ß i g t konservative Veranstaltungen kann es in Deutschland mehr geben, jedenfalls nicht, ohne, dass irgendwelche Linke und Parteien mit samt ihrer Macht intervenieren müssen. Das ist das Verständnis von "Demokratie" und "Meinungsfreiheit" der deutschen Linken.

  • DIE GRÜNEN UND IHRE GESSINUNGSGENOSSEN DER GRÜNEN SORGEN DAFÜR, DASS ANDEREN DER EINTRITT VERWEHRT WIRD.


    >>Gestern erhielt ich die Mitteilung, daß der Vermieter der Räumlichkeiten für den 2. zwischentag (5. Oktober) dem politischen Druck nicht mehr standhalten könne. Anrufe von parteilicher, gewerkschaftlicher und staatlicher Seite (Polizei!) sowie Drohung aus antifaschistischen Kreisen hätten sich seit Montag so gehäuft, daß man Schaden für Haus und Ruf erwarte und beides nur durch eine Kündigung der zwischentag-Räumlichkeiten abwenden könne.<<

    http://korrektheiten.com/2013/09/05/zwischentag-am-5-oktober-raeumlichkeiten-gekuendigt/

    Nicht einmal ein betont gemäßigt konservative Veranstaltungen kann es in Deutschland mehr geben, jedenfalls nicht, ohne, dass irgendwelche Linke und Parteien mit samt ihrer Macht intervenieren müssen. Das ist das Verständnis von "Demokratie" und "Meinungsfreiheit" der deutschen Linken.

  • O-Ton Stefan Menzel
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    Für Deutschland wird es teurer
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    Für Deutschland würde nur etwa teurer werden, wenn Deutschland sich im Ausland verschulden würde.

    Da das aber nicht der Fall ist, wird es nur für den Bund teurer. Während die deutschen Käufer seiner Anleihen endlich wieder einen Inflationsausgleich mit der Rendite erzielen können.

    +++

    O-Ton Stefan Menzel
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    Investoren ziehen sich also aus dem sicheren Hafen Deutschland zurück, weil sie die Anlage in anderen, risikoreicheren Ländern wieder für lohnenswert halten.
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    Vielleicht.

    Dafür wären dann aber andere Investoren in den "sicheren Hafen" eingelaufen, nicht wahr?

    Denn sonst hätte der Bund seine Papiere schließlich nicht absetzen können.

    ...

    Es ist ein anscheinend unausrottbarer Fehler oberflächlicher Wirtschaftsjournalisten aus Preisänderungen Kapitalströme ableiten zu wollen.

    Preisänderungen an Märkten können aufgrund veränderter Fundamentaldaten durchaus einvernehmlich zwischen den gleichen Marktteilnehmern erfolgen.

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