Was vom Tage bleibt
Merkel for President

Die Kanzlerin zeigt Gespür für die Gedankenwelt des EZB-Notenbankpräsidenten, der Volkswagen-Patriarch genießt und schweigt und es ist nicht alles Gold, was glänzt. Der Tagesrückblick.
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Guten Abend,

Merkel for President

Wenn die Sparkassen einladen, kommt auch die Kanzlerin. Was sie auf dem Sparkassen-Tag in Dresden dann aber vortrug, klang, als sei Angela Merkel zu einem Bewerbungsgespräch für das Amt des EZB-Präsidenten eingeladen worden. Sie sprach über die vertrackte Lage, in der die Notenbank steckt: Deutschland könnte eine Zinserhöhung vertragen, andere Euro-Länder eher eine Senkung. Alle Master-Studenten, die gerade "Die Politisierung der Notenbanken" bearbeiten - nehmen Sie diesen Artikel in Ihre Fußnoten auf.

Abgefahren

Richtig gesprächig war Ferdinand Piëch heute nicht. Der Aufsichtsratschef des Volkswagen-Konzern empfing die Aktionäre zur Hauptversammlung in Hannover, doch das Reden überließ er anderen - vor allem Vorstandschef Martin Winterkorn. Dem blieb nichts Anderes übrig, als das Rekordergebnis des vergangenen Jahres nicht zu sehr zu betonen. Denn auch der Vorzeigekonzern des "tollen Burschen" (wie ein Aktionär sagte) merkt, dass die Kunden derzeit nicht in die Verkaufsräume strömen. Die magische Zahl der 10 Millionen verkauften Autos könnte in absehbarer Zeit nicht zu knacken sein.


Die Old Economy schlägt zurück

Der Ölkonzern Exxon Mobil ("Esso") hat Apple schon den Rang als wertvollste Firma der Welt gemessen am Börsenwert wieder abgelaufen. Heute meldeten die Texaner immerhin einen leichten Gewinnanstieg - im Gegenteil zu Apple diese Woche. Jetzt hat der Vertreter der Old Economy auch noch einen zweiten Trumpf in der Hand: Die Kreditwürdigkeit ist besser als die Apples. Denn die Ratingagentur Moody's hat dem Technologie-Konzern die Bestnote entzogen. Begründung: Apple will zu viel Geld an die Aktionäre ausschütten oder in Aktienrückkäufe stecken.

Von Pillen und Tabletten

Seit Jahren plagt sich der Bayer-Konzern mit Vorwürfen, dass seine Anti-Baby-Pillen Thrombose ausgelöst haben sollen. 900 Millionen Euro hat das Unternehmen für Vergleiche in den USA bereits aufgebracht. Der Konzern steht dennoch stabil da. Das hat aber nicht damit zu tun, dass das Traditionspräparat Aspirin gegen Thrombosen helfen soll.

 

Ach ja, eins noch zum Schluss. Nicht nur Gold glänzt.

Einen sonnigen Abend wünscht

Ihr

Martin Dowideit

Der Autor auf Twitter: @MDowideit

Martin Dowideit, Leiter Digitales, Handelsblatt.
Martin Dowideit
Handelsblatt / Leiter Digitales

Kommentare zu " Was vom Tage bleibt: Merkel for President"

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  • Ach ja, verehrte Frau Bundeskanzlerin, Deutschland verträgt bei 2,2 Billionen Staatsschulden eine Zinserhöhung ?
    Haben Sie eigentlich noch alle Tassen in Schrank ?
    Das macht doch pro Jährchen bei einem Prozent lächerliche 22 Milliarden mehr an Zinslast. Bekommen Sie Ihre Wirtschaftskompetenz eigentlich aus Comic-Heften ?

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