Was vom Tage bleibt
Wenn bei der Gehaltsdiskussion der Bock zum Gärtner wird

Die lobenswerte Schweizer Initiative wird von Populisten in Berlin und Brüssel missbraucht, Milliardäre werden immer reicher und intelligentes Teilen schafft lauter Gewinner. Der Tagesrückblick
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Wunderschönen guten Abend,

Staatliche Keule

Die Schweizer haben den Anfang gemacht und nun überschlagen sie sich in den europäischen Nachbarländern mit Vorschlägen, wie die zum Teil abgehoben hohen Gehälter der Top-Manager wieder mehr Bodenhaftung bekommen. Doch während die Schweizer den demokratisch marktwirtschaftlichen Weg gewählt haben und die Aktionäre, also die Eigentümer, entscheiden lassen wollen, wird in Brüssel und Berlin gleich mit der Keule der staatlichen Deckelung der Gehälter gedroht. Ausgerechnet Politiker, die sich jahrelang in Eigenregie nach Belieben die Diäten erhöht haben, wollen da Obergrenzen festlegen? Da macht man doch den Bock zum Gärtner

Erfolgreiche Unternehmer

Die richtig hohen Vermögen scheffelt man ohnehin nicht als Angestellter sondern als Unternehmer. Das zeigt die aktuelle Forbes-Rangliste der Milliardäre. Das Gesamtvermögen aller Superreichen ist im vergangenen Jahr von 4,6 Billionen auf 5,4 Billionen Dollar gestiegen. Auf den Spitzenplätzen liegen dabei Gründer wie Bill Gates und Larry Ellison oder Unternehmerfamilien wie die Bettencourts oder die Arnaults. Die haben unter hohem Risiko etwas aufgebaut und für tausende Menschen Arbeitsplätze geschaffen. Wer denen ihr Geld nicht gönnt, der sollte erst mal selbst versuchen, solche Konzerne aus dem Nichts aufzubauen.

Konkurrenz belebt

Es ist wie aus dem Lehrbuch. Jahrzehntelang schützte ein staatliches Monopol die Deutsche Bahn vor Konkurrenz durch Fernbusse. Anfang des Jahres wurde dieses völlig unsinnige Gesetz aufgehoben - und schon gibt es eine neue Verbindung nach der anderen. Nicht nur Newcomer starten preiswerte Konkurrenzangebote, auch die Post will ihre Tradition der Postbusse in moderner Form wieder aufleben lassen. Und nun baut auch die Deutsche Bahn ihre Fernbusstrecken aus - und die Kunden wundern sich, warum das alles nicht schon früher möglich war. Wahrscheinlich lag es daran, dass die Bundestagsabgeordneten umsonst mit der Bahn fahren durften und von den Wünschen ihrer Wähler mal wieder keine Ahnung hatten.

Geteilte Freude

"Shareconomy" ist das Schlagwort, das die Innovationsmesse Cebit beherrscht. Statt alles selber zu besitzen, teilen immer mehr Menschen ihre Güter mit anderen. Über das Internet machen junge Unternehmen aus diesem Trend wiederum ein gutes Geschäft, vermitteln Mitfahrgelegenheiten oder Wohnungstausch. Jetzt hat auch ein einstmals schwerfälliger Konzerne wie die Telekom den Charme des Teilens entdeckt. Sie kooperiert mit einem Start-Up, das private WLAN-Hotspots für andere öffnet - mit entsprechender Sicherheit. Gewinner sind die Kunden und die Telekom. Denn geteilter Anschluss ist doppelter Anschluss. Und die Handynetze werden von den enormen Datenströmen werden entlastet.

Was fehlt? In Tschechien hat eine Handy-App einen Entwicklerpreis bekommen, mit der sich Schwarzfahrer gegenseitig vor Kontrolleuren warnen. Das inspiriert doch für wunderbare weitere preiswürdige Apps. Da könnten doch beispielsweise Schwarzgeldbesitzer die besten Tricks im Kampf gegen die Steuerfahnder austauschen. Oder haben Sie noch gute Ideen? Schreiben Sie mir an kolf@handelsblatt.com, ich werde die besten in der Kolumne aufgreifen.

Ich wünsche Ihnen einen inspirierenden Feierabend.

Florian Kolf

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Florian Kolf
Florian Kolf
Handelsblatt / Teamleiter Handel und Konsum

Kommentare zu " Was vom Tage bleibt: Wenn bei der Gehaltsdiskussion der Bock zum Gärtner wird"

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  • GLAUBEN !! GLAUBEN !!! GLAUBEN SOLLST DAS ES NUR AN dir LIEGT !! STAAT wird SCHON HELFEN das ein PAAR BLUMEN ZU SEHEN SIND und so alle anderen SCHULD BEI sich SUCHEN . ABER das für DIE PAAR BLUMEN ANDRE TOTGETRETEN WURDEN , SO VIEL HIRN wurde DOCH VON SCHULEN DER NORMALEN NICHT MITGEGEBEN , SO WERDEN sich VIELE VERSCHULDEN IM GLAUBEN der AM ANFANG GEGEBEN WURDE , UND NUR VON SCHULDEN MACHEN KÖNNEN . . . REICHER WERDEN . DIE NORMALEN SIND BLÖDE UND WERDEN SO BENUTZT IN SELBSTSCHULT .


    ATHEIST SICH Gott
    SOUVERÄN
    Frank Frädrich WILL AUCH WAHRHEITEN WISSEN WELCHE NURNOCH 4 IM ZUSAMMENHANG WISSEN

  • Manager und Politiker! Nur wirken um die Menschen zu schädigen, damit Sie mehr Geld sich nehmen können, ohne Leistung! Ist etwa Firmen-, Arbeitsplatzvernichtung etwa Leistung? Wieso weigern sich die Lehrer, Professoren, Vorbilder das raffen zu Lasten der Menschen zu barndmarken? Wieso ein Hit bzw. 1 Tor, um Beispiele zu nennen, gleich mit Millionen für alle Zeiten zu entlohnen?

  • 5.3.13 Die Konservative Schweiz einmal als Vorreiter, Recht so. Die Schweiz will die Banker-Boni und andere Bonis von großen Unternehmen einschränken. Abschaffen wäre noch besser, um in einem ersten Schritt endlich gegen den Raubeinkapitalismus durchgreifend voranzukommen. Zudem ist aber eine weltweite Kappung von Nöten, sonst lagern gierige Investment-Bankmanager ihre Zentralen in das nicht betroffene Ausland aus. Dort könnten sie dann weiterhin um ihre Bonis zocken und die Welt in Unordnung halten. Immerhin, ein erster Schritt per Volksabstimmung. Gut so.
    Hoffen wir auf Gelingen und Verbreitung durch Nachahmung. Wolfgang Werkmeister, Buchautor, Eschborn

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