Was vom Tage bleibt
Wer befreit Opel von GM?

Neue Hoffnung für Opel, die Telekom setzt in der Zukunft voll auf Twitter. Die vergebliche Gegenwehr gegen Bitcoin, steigende Mieten und die verbalen Attacken zwischen Politik und Geldgewerbe. Der Tag im Rückblick.
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Guten Abend liebe Leserinnen und Leser,

Befreiungsschlag

Wer hätte das noch vor ein paar Monaten gedacht? Für Opel gibt es tatsächlich Hoffnung, der neue Vorstandschef Karl-Thomas Neumann packt in Rüsselsheim richtig an. Die Nachricht vom Donnerstag kommt einem echten Befreiungsschlag gleich. Die wenig geliebte Konzernschwester Chevrolet zieht sich aus Europa zurück und macht zusätzlichen Platz frei für Opel. Trotzdem bleibt ein bitterer Nachgeschmack. Die Konzernmutter General Motors hatte Chevrolet erst vor ein paar Jahren mit großem Aufwand nach Europa gebracht. Musste das wirklich sein? Die GM-Oberen aus Detroit hinterlassen damit einen miserablen Eindruck. Strategisches Chaos pur.

In die Zukunft getwittert

Bei der Deutschen Telekom sieht es in Sachen Konzernstrategie viel klarer aus. Smartphone und die mobile Datenübertragung werden immer wichtiger, sie sind der klar absehbare Wachstumsträger der nächsten Jahre. Insofern ist es nur konsequent, dass die Telekom eine enge Kooperation mit dem Nachrichtendienst Twitter eingeht und dessen Angebote auf den Handys neuester Generation intensiver einsetzt. Einziger Kritikpunkt: Das hätte auch ein wenig schneller gehen können.

Boom pur

Ein Kurssprung innerhalb weniger Monate von 30 auf 1000 US-Dollar, das schafft nicht jeder. Die Internetwährung Bitcoin hat diesen rasanten Aufschwung hingelegt und sorgt damit für Furore in der Internet-Gemeinde. Der starke Kurssprung weist jedenfalls mit aller Deutlichkeit darauf hin, dass der Bedarf an dieser neuen Währung wirklich da ist. Insofern ist es vertane Liebesmüh, wenn die Notenbanken in Frankreich und China jetzt die Verwendung des Bitcoin-Geldes stoppen wollen. Die Internet-Gemeinde würde doch wieder einen Weg finden, eine Netzwährung zu nutzen. Wetten?

Es geht aufwärts

Die steigenden Mieten in den Großstädten sind natürlich ein Ärgernis. Wer zahlt schon gerne mehr? Trotzdem hat der Preisanstieg auch sein Gutes. Potenzielle Investoren werden von den guten Rendite-Chancen angelockt und denken verstärkt über den Bau zusätzlicher Wohnungen nach. Das wird den Druck auf dem Mietwohnungsmarkt nicht sofort lindern, das ist klar. Aber es gibt gute Aussichten, dass sich die angespannte Situation bei Wohnungen auf absehbare Zeit in Wohlgefallen auflösen wird.

Der Tacheles-Minister

Endlich spricht ein Minister auch einmal Tacheles. Finanzminister Wolfgang Schäuble hat im Interview mit dem Handelsblatt angekündigt, dass sich die Banken auf eine anhaltend scharfe Regulierung einstellen müssten. Der Grund: Auch sechs Jahre nach dem Beginn der Finanzkrise kämen die Banken immer noch auf kreative Ideen, die neuen Regulierungsvorschriften zu umgehen. Deutsche-Bank-Chef Fitschen schreit daraufhin sofort auf und kritisiert die vermeintlich ungerechte Behandlung durch die Politik. Jürgen Fitschen sollte die Kirche im Dorf lassen: Die Finanzkrise geht auf die Kappe der Banken. Wer musste den Instituten am Ende aus der Patsche helfen? Der Steuerzahler.

Ich wünsche Ihnen einen besinnlichen und nicht allzu stürmischen Abend. Herzlichst Ihr

Stefan Menzel

Stefan Menzel ist beim Handelsblatt der Spezialist für die Automobilbranche.
Stefan Menzel
Handelsblatt / Korrespondent Automobilindustrie

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