Was vom Tage bleibt
Wettbewerb mit Beton-Klotz

Holcim und Lafarge wollen zum globalen Zementriesen aufsteigen, der Datenschutz braucht lange. Ford streicht in Russland, die BayernLB hat zu viel bezahlt und das Leben ohne „Wetten, dass...“ beginnt. Der Tagesrückblick.
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Guten Abend liebe Leserinnen und Leser,

Zement ohne Wettbewerb

Es ist eine gewaltige Fusion: Holcim aus der Schweiz und Lafarge aus Frankreich wollen zum größten Zementhersteller der Welt aufsteigen. Ein gemeinsamer Umsatz von 40 Milliarden Euro, das schafft sonst keiner. Wettbewerbsrechtlich ist dieser Zusammenschluss extrem bedenklich. Auf dem globalen Zementmarkt schrumpft die Zahl der Anbieter beständig. Würden Holcim und Lafarge tatsächlich zusammengehen, würde es also noch weniger Wettbewerb geben. Die Kartellbehörden sollten sich sehr genau überlegen, ob sie diese Fusion durchgehen lassen. Noch weniger Markt unter den Zementherstellern ist jedenfalls gefährlich.

Schneller ist deutlich besser

Schon wieder sind Internet-Räuber unterwegs, die in großem Stil E-Mail-Konten knacken. Schon am vergangenen Donnerstag ist bekannt geworden, dass von der jüngsten Attacke 18 Millionen E-Mail-Adressen betroffen sind, ein Angriff bislang unbekannten Ausmaßes. Doch das zum Schutz vor solchen Angriffen eingerichtete Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) kann erst heute mit Gewissheit sagen, wer von dieser Attacke wirklich betroffen ist. Von Donnerstag bis Montag ist eine extrem lange Zeit. Geht das nicht vielleicht auch ein wenig schneller?

Putin-Pause

Der Absatz stockt in Russland und wegen des Rubel-Verfalls bleibt in der Kasse des US-Autokonzerns Ford deutlich weniger als in der Vergangenheit hängen. Deshalb ruht im wichtigsten Ford-Werk in Russland jetzt für eine Woche die Produktion, 700 Beschäftigte verlieren ihren Arbeitsplatz. Russlands Präsident Putin darf sich nicht wundern, dass so etwas passiert. Seit dem Krim-Einmarsch ist viel Vertrauen und der Glaube an die russische Verlässlichkeit verlorengegangen. Ford wird definitiv kein Einzelfall bleiben. Putin hat dafür gesorgt, dass die Geschäfte mit seinem Land deutlich schwieriger geworden sind. Große Wachstumsraten in Russland – das ist erst einmal vorbei.

Teure Bayern-Ausflüge

Nun ist es amtlich, nun hat es auch ein Gutachter offiziell bestätigt. Die BayernLB hat bei ihrem Einstieg vor sieben Jahren bei der Skandalbank Hypo Alpe Adria viel zu viel bezahlt. So ist es nun einmal, wenn die Gier zu groß wird und Vorsichtsmaßnahmen nicht mehr greifen. Die damals verantwortlichen BayernLB-Vorstände hätten einfach genauer hinsehen können. Dann wäre der Landesbank und dem Freistaat Bayern das große Schlamassel erspart geblieben.

Ein Leben ganz ohne

Am späten Samstagabend hat Markus Lanz die Katze aus dem Sack gelassen: „Wetten, dass…“ wird zum Jahresende eingestellt. Am Sonntag ist das Ende der TV-Show in vielen Familien das große Thema gewesen. Aber heute? Der Alltag hat uns wieder und die Entscheidung des ZDF zur Einstellung der Show ist schon wieder in weite Ferne gerückt. Heute am Montag hat es nicht mehr sonderlich geschmerzt, dass es „Wetten, dass…“ bald nicht mehr geben wird. Folglich dürfte es auch niemanden stören, wenn die Sendung im nächsten Jahr komplett vom Bildschirm verschwunden sein wird. Keine Frage, es gibt auch ein Leben ohne „Wetten, dass…“.

Bleiben Sie gelassen, einen schönen Abend wünscht Ihnen

Stefan Menzel

Stefan Menzel ist beim Handelsblatt der Spezialist für die Automobilbranche.
Stefan Menzel
Handelsblatt / Korrespondent Automobilindustrie

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