Was vom Tage bleibt
Wie uns die Commerzbank nervt

Keine Performance beim Aktienkurs, aber schöne Boni: So ist die Commerzbank. In Wolfsburg tritt Piëchs Nachwuchs an. Die Spione sind los. Was Sie über diesen Tag wissen müssen, lesen Sie hier.
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Guten Abend liebe Leserinnen und Leser,

Die Dauerarbeiter

Die Commerzbank ist so ein Thema für sich. Dass der Staat sie einst rettete und noch immer Großaktionär ist, dass die Aktie in etwa so aufregend ist wie ein kalter Kamin, dass dennoch der eine oder andere Commerzbanker wieder ein üppiges Salär mit nach Hause bringt – all das regt die Aktionäre auf. In ihrem Eifer haben sie jetzt mit Hilfe des Großaktionärs namens Bundesregierung das Vorhaben zu Fall gebracht, Führungskräften Boni zu zahlen, die doppelt so hoch sind wie deren Festgehalt. Wahrscheinlich können sie einfach nicht glauben, wie das gehen soll. Eine simple Rechnung macht sie ratlos: Wenn einer acht Stunden arbeitet für sein Festgehalt, und mit einmal das Dreifache bekommt – war er dann wirklich 24 Stunden dabei?

Ausgerechnet Juncker

Der Bundesnachrichtendienst soll der NSA geholfen haben, in Paris und Brüssel zu spionieren. Wenn jetzt die Betroffenen nicht empört aufschreien, liegt das womöglich daran, dass sich französische und belgische Dienste nicht viel anders verhalten. Nur sind sie gerade nicht erwischt worden. EU-Kommissions-Präsident Jean-Claude Juncker stellt dazu fest, er wisse, wie schwer es ist, Geheimdienste unter Kontrolle zu halten. Erinnern wir uns? Der ehemalige luxemburgische Regierungschef war 2013 von seinem Amt zurückgetreten, weil ihm vorgeworfen worden war, die Spione seines Landes nicht im Griff zu haben. Die Vermutung liegt nahe, dass Juncker in der neuen Sache nicht der bestmögliche Aufklärer ist.

Die Stammhalter kommen

Louise Kiesling und Julia Kuhn-Piëch sollen Ferdinand Piëch und seiner Frau im Aufsichtsrat von VW folgen. Damit ist der Stamm der Piëchs im Aufsichtsrat zahlenmäßig gleich geblieben, denn die beiden Damen sind Nichten des Patriarchen. Jetzt bewährt sich, dass der umsichtige Ferdinand Piëch gründlich vorgesorgt hat. Angesichts zwölf bekannter Kinder dürfte der Stamm der Piëchs auf Generationen hinaus gesichert sein.

Enttarnung im Baumarkt

Polizisten im noblen Frankfurter Vorort Oberursel haben einen Terroranschlag vereitelt. Bei der Durchsuchung einer Wohnung in dem Städtchen fanden Sie eine Bombe, eine Gewehr und Munition – sowie ein Ehepaar, dass die Bombe gebastelt hatte und festgenommen wurde. Es gebe den Verdacht eines salafistischen Hintergrunds, sagten die Ermittler hinterher. Die Behörden waren auf das Paar aufmerksam geworden, nachdem die Frau unter falschem Namen drei Liter Wasserstoffperoxid in einem Baumarkt gekauft hatte. Der Filialleiter hatte darauf die Polizei informiert. Das Zeug bracht man nämlich zum Bombenbauen. Falls Sie dieses Wochenende vorhaben, Unkrautvernichtungsmittel im Baumarkt zu kaufen, rate ich Ihnen aufzupassen. Auch das kann leicht hochgehen. Ab fünf Kilo Unkrautvernichter, der an der Kasse vorbeikommt, brauchen Sie nicht mal einen Salafistenbart, um sich verdächtig zu machen.

Ein unkrautfreies verlängertes Wochenende wünscht Ihnen

Oliver Stock

Oliver Stock
Oliver Stock
Handelsblatt / Stellvertretender Chefredakteur

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