Weimers Woche
Es droht der Pay-Day

Die Politik bemüht sich, das Zypern als „Sonderfall” klein zu reden. Es stimmt, der dortige Crash haut Europa nicht um. Allerdings ist die Schuldenkrise damit noch längst nicht überwunden – es wird noch richtig teuer.

Wenn Euro-Politiker über Zypern reden, dann klingt das so, als ginge es um skurile Widrigkeiten einer Kongo-Expedition im 19. Jahrhundert. Alles wird erstens in weite Ferne vernebelt (“ein Sonderfall der Peripherie”), zweitens mit wilden, exotischen Mutmaßungen folklorisiert (“eine russische Geldwäscherinsel”) und drittens in die Miniatur verniedlicht (“die Größe Saarlands”). Die Krisenbewältiger wollen die Probleme klein reden und fern halten, doch genau daran spürt man ihre Sorge: die Ansteckungsgefahr.

Das Infektionsrisiko liegt diesmal nicht darin, dass Europas Finanzmärkte sich in einen neuen Crash hinein paniken. Dazu ist Zypern nun wirklich zu klein. Die Ansteckungsgefahr ist aber mentaler Art. Seit dieser Woche...

 
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