Xstrata will Jubilee kaufen
Noch nicht am Ziel

Der britisch-schweizerische Bergbaukonzern Xstrata unterlag im Kampf um die kanadische Lion Ore. Jetzt will er das australische Konkurrenzunternehmen Jubilee Mines übernehmen und ist bereit, dafür tief in die Tasche zu greifen. Aber Xstrata könnte wieder überboten werden, denn Nickel behält seinen Reiz.

Xstrata hat Nickel noch nicht aufgegeben. Der britisch-schweizerische Bergbaukonzern auf Einkaufstour musste sich im Kampf um die kanadische Lion Ore dem russischen Konkurrenten Norilsk geschlagen geben. Dafür steht jetzt Jubilee Mines, Australiens kostengünstigster Produzent, auf der Einkaufsliste. Xstrata bietet 3 Milliarden australische Dollar (2,8 Mrd. US-Dollar) für den Konzern. Der Preis von 21 Dollar pro Aktie liegt um 35 Prozent über dem Schlusskurs von vergangenem Freitag.

Der Nickelpreis ist seit seinem Hoch im Mai zwar um 40 Prozent gefallen, der Versorgungsengpass bei diesem Metall dürfte aber über die nächsten Jahre bestehen bleiben, wenn China weiter so stark wächst wie bisher. Für Nickel gibt es keinen zufriedenstellenden Ersatz bei rostfreiem Stahl, ein industrielles Schlüsselmaterial. Selbst nach dem Preiseinbruch liegt der Nickelkurs noch mehr als doppelt so hoch wie Anfang 2006.

Xstrata zog beim Kampf um Lion Ore nicht weiter mit, als Norilsk das Sechsfache des operativen Gewinns (Ebitda) zu zahlen bereit war. Warum bietet das Minenunternehmen jetzt einen Preis, der dem zehnfachen Ebitda von Jubilee entspricht, zumal die Synergien vernachlässigbar sind? Die Antwort: die Wachstumsaussichten. Jubilee hat gute Chancen seine Produktion in den nächsten sechs Jahren zu verdoppeln und das Cosmos Projekt in Westaustralien verspricht große Reserven. Xstrata könnte weitere Mittel und Expertise beisteuern.

Der größte Haken für Xstrata: Auch andere könnten Interesse an Jubilee zeigen. Xstrata konnte in den vergangenen fünf Jahren durch seine Akquisitionen erstaunlich stark wachsen, bei zwei relativ großen Kandidaten musste sich das Unternehmen allerdings geschlagen geben – der australischen WMC und Lion Ore.

Um sicher zu gehen, dass Jubilee nicht auch auf dieser Liste landet, hat sich Xstrata 17,5 Prozent der Aktien bereits gesichert. Die Konkurrenz – allen voran BHP Billiton, die eine Metallhütte in der Umgebung der Jubilee-Minen betreibt – könnte noch eingreifen. Schließlich war es BHP Billiton, die Xstrata WMC, eine andere Minengesellschaft in Westaustralien, wegschnappte.

Es stimmt zwar, dass die bereits gesicherten Aktien Xstrata Gewinne bescheren, wenn sie zugunsten eines höheren Gebots abgegeben werden. Aber noch beruhigender muss für Mick Davis, Xstratas Vorstandsvorsitzenden, die Vorstellung sein, dass Jubilee heute nicht viel mehr als eine Lückeninvestition darstellt, die Peanuts zur 70 Milliarden-Dollar-Marktkapitalisation seines Unternehmens beiträgt. Noch vor ein paar Jahren hätte ein solcher Deal das ganze Unternehmen auf links gedreht.

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