Adidas
Böse Erinnerungen

Die Frage steht im Raum: Scheitert Adidas erneut mit einer großen Übernahme?

Als der zweitgrößte Sportkonzern der Welt gestern seinen Ausblick für das nächste Jahr präsentierte, hatten viele Investoren ein schlechtes Gefühl. Denn es dauert deutlich länger als ursprünglich erwartet, um die Neuerwerbung Reebok auf Kurs zu bringen. Das drückt den Gewinn von Adidas. ]Auf einmal sind die bösen Erinnerungen an Salomon wieder da. Die ehemalige Wintersport- und Outdoortochter hat Adidas nie richtig in den Griff bekommen. Nach acht Jahren mehr oder weniger erfolgloser Sanierung haben die Franken das Unternehmen am Ende im vergangenen Jahr entnervt verkauft.

Die neuen Ängste sind also nicht ganz von der Hand zu weisen. Dennoch ist die Situation heute eine andere. Reebok lässt sich kaum mit Salomon vergleichen. Salomon ist ein Hersteller von Skiern, Inlineskates und Outdoorausrüstung – ein Geschäft, von dem Adidas noch nie etwas verstanden hat. Reebok hingegen fertigt Schuhe und T-Shirts, also genau das, was Adidas kann. Insofern ist es zwar nicht schön, dass Adidas nun mehr Zeit braucht, um Reebok zu sanieren. Auch die höheren Kosten sind nicht erfreulich. Ein Desaster wie mit Salomon ist aber eher unwahrscheinlich.

Allzu lange darf sich Konzernchef Herbert Hainer trotzdem nicht an Reebok abarbeiten. Je länger er braucht, desto ungeduldiger werden die Investoren. Sie haben ein Recht auf schnelle Ergebnisse. Denn Reebok war nicht gerade ein Schnäppchen: Satte drei Milliarden Euro haben die Deutschen vergangenes Jahr für den Wettbewerber hingelegt, um endlich in einer Liga mit Weltmarktführer Nike zu spielen.

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