Analyse
Märkte sind auf die Drachme vorbereitet

Lange Zeit war es ein Tabu, doch inzwischen ist der Ausstieg Griechenlands aus dem Euro eine reale Option. Die Folgen einer Staatspleite bleiben unkalkulierbar - aber die Banken haben sich längst präpariert.
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Von Geld versteht Olaf Rogge eine ganze Menge, so viel, dass ihn Starregisseur Oliver Stone für seinen Film "Wall Street - Money never sleeps" als Berater anheuerte. Aber selbst die Story dieses Hollywood-Streifens verblasst im Vergleich zu dem ganz realen Drama der Euro-Krise, das mit immer neuen Wendungen die Finanzmärkte in Atem hält. An ein Happy End in diesem Drama mag Rogge nicht mehr glauben: "Eigentlich sollte Griechenland aus dem Euro aussteigen. Wenn das schwächste Glied aus der Kette ausscheidet, würde das den Rest der Währungsunion stärken", meint der 66-jährige Londoner Fondsmanager, der an den globalen Rentenmärkten ein Vermögen von 45 Milliarden Dollar betreut.

Tatsächlich sind es längst nicht mehr nur Politiker aus den Musterländern der Euro-Zone, für die angesichts des schier endlosen Hickhacks um die Rettung Griechenlands die Devise "Besser ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende" attraktiver wird. Auch die Akteure an den Finanzmärkten kommen, wie Rogge, immer öfter zu dem Schluss, dass die Kosten für das Hinauszögern eines griechischen Staatsbankrotts allmählich so hoch werden, dass es sich lohnt, ernsthaft über einen Abschied des Krisenstaates aus der Euro-Zone nachzudenken.

Die drohenden Verluste einer Griechen-Pleite sind längst berechnet, zumindest soweit sie sich berechnen lassen. Inzwischen hat jede größere Bank und jeder Broker von Bedeutung die Wiedereinführung der Drachme mehrfach durchgespielt. Die Infrastruktur steht bereit, jeder weiß, was zu tun ist, sollte an einem Freitagabend nach Börsenschluss an der Wall Street tatsächlich die Nachricht kommen, dass sich die Griechen offiziell aus der Währungsunion verabschieden. Ganze Heerscharen von Anwälten sind damit beschäftigt, die komplexen juristischen Folgen eines Auseinanderbrechens der Euro-Zone zu lösen.

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  • Aber dieser Teil ist geringer als der der Politik.
    Bei Politik sind zum einen die Griechen gemeint, aber auch die Politiker aus Resteuropa, die die gefälschten Zahlen glauben wollten.

  • das ist nur Ursachen, der Ursprungsgrund ist in der Politik zu suchen.
    Die Banken tragen einen Teil der Schuld, ganz klar.

  • Analysten erwarten Euro-Austritt Griechenlands

    Nach Einschätzung der Analysten von Capital Economics wird Griechenland noch in diesem Jahr aus der Eurozone austreten.
    Im Newsletter „Greek deal only buys time“ wird davon ausgegangen, dass die beschlossenen Maßnahmen des zweiten Rettungspakets lediglich eine ungeordnete griechische Insolvenz vermeiden können.

    Eine ungeordnete Zahlungsunfähigkeit Griechenlands bezüglich der am 20. März zur Refinanzierung anstehenden Schulden in Höhe von 14,4 Milliarden Euro sei angewendet worden. Trotz des Schuldenerlasses würden die Sparmaßnahmen dafür sorgen, dass Griechenland eine sehr lange und harte Rezession bevorstehen wird. Am Ende könne nur der Austritt aus dem Euroraum die Lösung sein, so die Meinung.

    Der Chefvolkswirt der Commerzbank, Jörg Krämer, hat sich heute gegenüber der "Passauer Neuen Presse" ähnlich kritisch geäußert. Seiner Meinung nach ist Tragfähigkeit der griechischen Staatsverschuldung fragwürdig. Der beschlossene Schuldenschnitt sei zwar "massiv", ohne die Umsetzung weiterer Reformen werde Athen seine Schulden aber nicht tragen können.
    In der zweiten Jahreshälfte müsse daher damit gerechnet werden, dass die Staatengemeinschaft Griechenland den Geldhahn zudreht.

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