Börsenturbulenzen
Kommentar: Kein Grund zum Wundern

Und wieder gehen die Märkte in die Knie. Diesmal ist der Anlass bedeutender als beim Einbruch der Chinabörsen. Wenn der Immobilienmarkt in den USA doch noch richtig in die Krise gerät, dann hat das Auswirkungen auf die gesamte Weltwirtschaft. Der Rückschlag an der überhitzten Börse in Schanghai war dagegen eher ein Klacks.

Die Amerikaner versuchen nach Kräften, die Märkte zu beruhigen. Niemand will jetzt noch Öl ins Feuer gießen und sagen, dass die Probleme wirklich ernst sind, außer vielleicht Alan Greenspan, dem pensionierten Notenbankpräsidenten; vielleicht plagt ihn das schlechte Gewissen, weil er mit seiner lockeren Geldpolitik die Blase auf dem US-Immobilienmarkt erst ermöglich hat.

Die Frage für Anleger lautet: Ist das nur ein vorübergehender Rückschlag, oder erleben wir einen Crash auf Raten, wo bei jeder schlechten Nachricht das Depot an Wert verliert? Oder platzt jetzt eine ganz große Marktblase, so ähnlich wie nach der Jahrtausendwende?

Es spricht viel für eine gemäßigte Form des Crashs auf Raten. Dass der USA als großer Konjunkturlokomotive irgendwann die Luft ausgeht, ist angesichts der Ungleichgewichte – hohe private Verschuldung, aufgeblasener Immobilienmarkt - vorauszusehen. Europa ist zwar stärker geworden, aber kann ohne Erschütterungen wohl kaum die Führungsrolle im fliegenden Wechsel übernehmen. Außerdem sind die Börsen sehr gut gelaufen – das kann nicht immer so weitergehen. Daher sollte sich kein Anleger wundern, wenn das Börsenjahr 2007 im roten Bereich abschließt – so was ist schließlich ganz normal nach sehr guten Börsenjahren.

Wer taktisch anlegt, sollte daher sein Pulver trocken lassen. Aber die ganz große Blase gibt es auch nicht an den Aktienmärkten, die Unternehmen verdienen richtiges Geld, die Bewertungen sind noch nicht utopisch. Wer langfristig anlegt und seine Papiere liegen lässt, muss daher jetzt nicht allzu nervös werden.

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