Daimler
Stern-Stunde

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Solide, zuverlässig, vorhersehbar – nach diesen Prinzipien führt Daimler-Vorstandschef Dieter Zetsche den Stuttgarter Automobilkonzern. Nach den gescheiterten Zukäufen seines Vorgängers Jürgen Schrempp braucht das Unternehmen Ruhe und soll sich wieder auf seinen Kern konzentrieren. Hyundai, Mitsubishi und Chrysler sind Geschichte, jetzt dreht sich (fast) wieder alles um den Stern.

Und auch mit den beiden wichtigsten Botschaften des gestrigen Tages unterstreicht Zetsche ein weiteres Mal, wie wichtig ihm Solidität und Zuverlässigkeit sind. Der Ausstieg bei Chrysler wird den Daimler-Konzern in diesem Jahr maximal mit 2,5 Milliarden Euro belasten. Damit sind die Stuttgarter sogar ein Stück besser als angekündigt. Ähnliches gilt für den Aktienrückkauf: Daimler hält sein Versprechen und belohnt die Aktionäre, die trotz aller Pleiten zum Konzern gehalten haben.

Dem Stuttgarter Unternehmen tut dieses ruhige Fahrwasser gut, Zetsches Kurs wird honoriert. Ablesbar wird das auch am Aktienkurs, der nach den beiden Neuigkeiten von gestern kräftig zulegte. Der Aktienrückkauf hat für Daimler einen zweiten positiven Nebeneffekt: Da das Unternehmen überschüssige Liquidität in Milliardenhöhe an seine Aktionäre ausschüttet, wird es weniger interessant für eine feindliche Übernahme. Auch das sorgt für Ruhe.

Ruhe sollte aber nicht mit Grabesstille verwechselt werden. Zetsche hat seit seinem Amtsantritt vor bald zwei Jahren erst die Grundlagen dafür geschaffen, dass Daimler besseren Zeiten entgegensehen kann. Auf dieser Basis muss Zetsche nun alles daransetzen, dass Daimler in den nächsten Jahren ordentliche neue Autos auf die Straßen bringt. Wenn er das schafft, muss sich niemand Sorgen um den Konzern machen.

Stefan Menzel ist beim Handelsblatt der Spezialist für die Automobilbranche.
Stefan Menzel
Handelsblatt / Korrespondent Automobilindustrie

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