Deutsche Bank
Kommentar: Es bleiben offene Fragen

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Josef Ackermann hat Wort gehalten. Nach der UBS legt die Deutsche Bank als zweites europäisches Großinstitut die Karten auf den Tisch und gibt Auskunft über die Belastungen durch die Finanzkrise. Was dabei zu Tage kommt, kann sich auf den ersten Blick sehen lassen.

Mindestens 1,4 Mrd. Euro Nettogewinn - mehr als im Vorjahreszeitraum - kündigen die Frankfurter für das dritte Quartal an. Und das, obwohl die US-Hypothekenkrise und ihre Folgen in Summe für Wertberichtigungen von 2,2 Mrd. Euro sorgten. Das ist stark und verdeutlicht, dass Ackermann in den vergangenen Jahren die Bank auf eine breitere Ertragsbasis gestellt hat. Aber eben nicht nur.

So zeigt der zweite Blick, dass der in Aussicht gestellte Konzerngewinn für das Quartal Sondererträge aus dem Verkauf der US-Zentrale sowie der Trennung von anderen Vermögenswerten enthält. Hinzu kommt ein positiver Effekt im Zuge der Unternehmenssteuerreform. Und schließlich schweigt sich die Bank darüber aus, wie denn die 2,2 Mrd. Euro an Wertberichtigungen zu Stande gekommen sind.

Man kann hier nur hoffen, dass Ackermann das bereits vor Wochen selbst geforderte Höchstmaß an Transparenz auch in seinem eigenen Haus angelegt hat. Ermutigend ist da, dass Deutschlands Branchenprimus seine mittelfristigen Ziele bekräftigt. Viel ist das allerdings am Ende des Tages nicht Wert, den sie stehen "unter der Annahme normal funktionierender Märkte". Doch gerade davon war die Branche in den vergangenen zwei Monaten weit entfernt.

Hans G. Nagl
Hans G. Nagl
Handelsblatt / Senior Financial Correspondent

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