Deutsche im Irak entführt
Der Schatten des Krieges

Die Entführung einer Deutschen und ihres Fahrers im Irak provoziert aufs Neue eine alte Debatte: Darf sich der Staat erpressen lassen? Das von vielen Politikern prompt formulierte „Nein“ mag zunächst einleuchten. Schließlich können sie sich auf Helmut Schmidt berufen, der 1977 als Kanzler der RAF die Stirn bot und die Ermordung von Arbeitgeberpräsident Hanns-Martin Schleyer in Kauf nehmen musste. Doch Vergleiche hinken. Im aktuellen Fall wird nicht die Freilassung von Verbrechern verlangt, es geht wohl eher um diffuse politische Forderungen, vielleicht um Lösegeld. Es gelten also andere, humanitäre Prioritäten.

Doch die Geiselnahme zeigt, dass der Irakkrieg auch bei uns angekommen ist. Zwar beschränkt sich das deutsche Engagement auf die Ausbildung irakischer Polizisten und auf Finanzhilfen. Aber der Ruf nach mehr deutscher Hilfe wird in Washington lauter. Die neue Regierung sollte daher frühzeitig klar machen, dass sich an ihrer Irakpolitik nichts Nennenswertes ändern wird. Und das nicht aus Furcht vor Entführungen.

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