Deutsche Telekom hadert mit ihrem Chef
Obermann das Sicherheitsrisiko

René Obermann geht als Chef der Deutschen Telekom schweren Zeiten entgegen. Am Sonntag hat sich der Telekom-Aufsichtsrat in einer wichtigen Personal-Entscheidung gegen seinen Kandidaten entschieden. Es wird immer fraglicher, ob er das Aufsichtsgremium noch hinter sich wissen kann.

Dass René Obermann insofern zu den Profiteuren der Finanzmarktkatastrophe zählt, steht fest. Denn ohne die weltweiten Erschütterungen an den Finanzmärkten stünde der Chef der Deutschen Telekom nach den Geschehnissen der letzten Tage ziemlich blank da. Derzeit hat nur kaum jemand Augen, das zu sehen.

Wäre die große Krise nicht gewesen, die Medienmeute hätte sich spätestens nach der Schlappe im Aufsichtsrat am Dienstagnachmittag auf den Manager gestürzt, die hausgemachte Telekom-Krise hätte den Konzernchef Kopf und Kragen kosten können. So ist es vergleichsweise ruhig geblieben, René Obermann kommt noch einmal davon.

Doch weil zuletzt so viel los war, sei es noch einmal kurz erzählt: Irgendwann zwischen dem 5. und 7. Oktober 2008 ist dem Telekom-Boss endgültig klar, dass das Magazin "Spiegel" am folgenden Wochenende mit einer neuen Pannenstory kommt, die der Reihe von Datenskandalen im Bonner Konzern die Krone aufsetzt: Die Kundendaten der Mobilfunktochter T-Mobile, für die Obermann selbst jahrelang zuständig war, sind bis heute nur kläglich gegen Missbrauch geschützt. Obermann ahnt das Gefahrenpotenzial der Geschichte, mobilisiert Headhunter und Medien-Strategen. Am vergangenen Freitag, auf dem Höhepunkt der weltweiten Finanzkrise, präsentiert er sich als oberster Tugendwächter seines Hauses und verkündet, ein neues Vorstandsressort für Datenschutz zu schaffen.

Als wenige Stunden später die Spiegel-Geschichte heraus ist, wird klar, der Chef hat schon wieder taktiert mit seinem Vorstoß. Der Eindruck, der Telekom-CEO gebe in der Skandalgeschichte nur jeweils so viel zu, wie ohnehin bekanntwerden dürfte, hat sich damit zementiert. Das ist ganz schwerer Ballast für einen wie Obermann, in dem viele Kritiker bis heute nur den Verkäufer seiner selbst sehen.

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