Ergebnisse von Cancún
Klimagipfel unter Regie der Uno sind das falsche Format

Der Klimagipfel in Cancún endet mit ein paar greifbaren Resultaten. Das allein rettet das Weltklima aber nicht. Jubel, wie er jetzt hier und da anklingt, ist völlig unangebracht. Denn das eigentliche Ziel, eine vernünftige Basis für ein Kyoto-Nachfolgeabkommen zu legen, liegt noch immer in weiter Ferne.
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CANCÚN. Der Klimagipfel in Cancún endet mit ein paar greifbaren Resultaten: Die Staatengemeinschaft konkretisiert ihre Vorstellungen zum Schutz der Wälder, zu den Zahlungen der Industriestaaten an die Entwicklungsländer und zur Überwachung von Reduktionszielen. Außerdem bekennt sie sich deutlicher als bisher zur Erreichung des Zwei-Grad-Ziels. Der Gipfel ist damit immerhin nicht gescheitert und der Verhandlungsprozess kann fortgesetzt werden. Das allein rettet das Weltklima aber nicht. Jubel, wie er jetzt hier und da anklingt, ist völlig unangebracht.

Denn das eigentliche Ziel, eine vernünftige Basis für ein Kyoto-Nachfolgeabkommen zu legen, liegt noch immer in weiter Ferne. Der Verlauf der Verhandlungen in Cancún ist erneut ein Beleg dafür, dass die Klimagipfel unter Regie der Uno das falsche Format zur Lösung des Problems sind. Es gehört nicht viel Phantasie zu der Prognose, dass auch der nächste Gipel kommendes Jahr in Durban sich nicht wesentlich von denen der Vorjahre unterscheiden wird. Dass schon Minuten nach dem Ende des Gipfels in Cancún die Hoffnung geäußert wurde, in Durban werde man dann das erhoffte Ergebnis mit bindenden Reduktionszielen erreichen, ist kühn und verkennt alle Erfahrungen der vergangenen Jahre.

Vielmehr steht Cancún als ein neuer Beleg dafür, dass es offensichtlich unmöglich ist, die vielen widerstreitenden Interessen im Klimaschutz unter einen Hut zu bekommen, einen fairen Ausgleich herzustellen und daraus international verbindliche Regeln abzuleiten. Blockadehaltungen einzelner Staaten oder Staatengruppen dürften dieser Lösung auf Jahre hinaus im Wege stehen - und sei sie noch so erstrebenswert.

Welche Schlüsse sind daraus zu ziehen? Es bedarf anderer Lösungsansätze. Das Erfreuliche: Es gibt sie bereits, sie entfalten eine beachtliche Eigendynamik und sie haben das Potenzial, den Klimaschutz entscheidend voran zu bringen. Im privaten wie im öffentlichen Sektor, auf lokaler wie auf nationaler und zwischenstaatlicher Ebene setzt sich mit rasender Geschwindigkeit die Erkenntnis durch, dass Ressourceneffizienz und Umweltschutz die Wachstumstreiber des 21. Jahrhunderts sein werden. Ein Beispiel: Das für seinen Raubbau an natürlichen Ressourcen völlig zu Recht gescholtene China setzt alles daran, in Schlüsseltechnologien rund um den Klima- und Umweltschutz eine führende Rolle einzunehmen.

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  • Ein besseres Format als Klimagipfel unter der Regie der UNO gibt es nicht!

    Natürlich bleibt es keinem Land der Welt, keiner industrie und überhaupt niemandem benommen, in seinem bereich mehr Umwelt- und Klimaschutz umzusetzen, als in den schwammigen beschlüssen der Klimakonferenzen formuliert ist. Doch die Erfahrung zeigt, dass ganz im Gegenteil alle beteiligten dazu neigen, unter Verweis auf die Nachlässigkeit irgendeines anderen Akteurs auf der internationalen bühne mit vorgeblichem bedauern auf ein verstärktes Engagement für Klima und Umwelt zu verzichten, weil ein solches seine Wettbewerbsfähigkeit mindern würde. Aus diesem Dilemma herausführen können, so mühsam und langwierig es auch ist, einzig und allein internationale, am besten globale Vereinbarungen, die auszuhandeln sich keine Organisation so gut eignet wie die UNO, oder aber eine gehörige Portion Chuzpe, die aufzubringen profitorientierte, kapitalistische Systeme aber nur so lange in der Lage zu sein scheinen, wie sie sofort und unmittelbar daran verdienen.

    Wenn die Rolle der UNO gerade jetzt in Frage gestellt wird, wo spät zwar, aber noch rechtzeitig vor Ablaufen des Tokyo-Protokolls in Cancun einiges in die richtige Richtung in bewegung gesetzt worden scheint, erinnere ich mich an das letzte Mal, als starke Kräfte die UNO ausgehebelt und gegen ihre Autorität agiert haben. Das war, als Amerikaner und Engländer den irak mit Krieg überzogen und verwüstet haben. Welche Kräfte werden jetzt im Hintergrund wirksam, wenn die führende Wirtschaftspresse Deutschlands sich veranlasst fühlt, dem in Cancun überraschend wieder in Gang gekommenen Prozeß sofort Stock und Stein, Stacheldraht und spanische Reiter in den Weg zu stellen?

  • Die vielen Gipfel die sich eingebürgert haben, sind eine riesige Geldverschwendung und bringen nur wenige oder keine Resultate.
    Dass wir was tun müssen, ist uns allen klar.
    Was mich ganz persönlich stört, ist die überzogene Hysterie.
    Das Klima hat sich zu allen Zeiten geändert, so lange die Erde besteht, das ist mal Fakt.
    Und dümmliche Dinge wie Rapsöl in den Tank sind wohl eher nicht zielführend. Mittlerweile gibt es Studien, die sagen, dass es dadurch noch mehr CO2-Ausstoß gibt.
    Aber trotzdem werden weiterhin Felder umgewandelt um Raps anzubauen.
    Nach wie vor werden die Regenwälder abgeholzt, eineseits um nun Raps anzubauen andererseits weil durchgeknallte Europäer aus dem Holz Gartenmöbel wollen.
    So lange die EU diese Lieferungen ins Land läpt, ist jedes Gerede über Klimaschutz Leuteverarschung
    Wir alle schauen dieser Abholzung zu und unternehmen nichts, halten aber nebenan einen Gipfel.
    Wo sind denn da die Naturschützer?
    Die sind offenkundig auch nur immer dann da, wenn irgendwo ein Grashalm umknickt
    Wie unehrlich und heuchlerisch ist das denn?
    Gutachter, die uns bzw. die Politik übers Klima informieren, dürfen nicht mehr von staatlichen instituten kommen, die immer nur das kund tun was die Politiker wollen. So manches Gutachten ist da anzweifalbar.
    Gutachten sollten von völlig autarken instituten gemacht werden.
    Ja unsere Ressourcen gehen zu Ende, auch dies stimmt.
    Aber dann ist es ein Widerspruch, dass wir die Ressourcen die wir noch haben, wie Stein- und braunkohle z. b . verteufeln.
    Es gibt heute enorm moderne Kohlkraftwerke, die kaum CO2-Ausstoß haben bzw. man diesen umleiten kann.
    Aber wie bei uns gegen alles sein, geht auch nicht.
    Vielleicht kommt mal der Tag wo wir unser Kohle mit den Händen ausbuddeln.
    Aber unsere gesamte Natur verschandeln mit diesen Windrädern ist dann normal? Hinzu kommt, dass wir von diesen Dingern unseren bedarf nie werden decken können, das ist Augenwischerei.
    Und Solardächer? Wir sissen heute, dass diese gefählich sind wenn es z. b. brennt. Diese Häuser werden nicht mehr gelöscht, denn sobald diese Dächer mit der Unterseite mit dem Wasserstrahl getroffen werden, leiten sie Starkstromschläge aus und der Feuerwehrmann kommt zu Tode.
    Also hier muß erst noch intensiv geförscht werden ehe man diese Dächer weiter propagiert.
    Deutschland muß seine eigenen Hausaufgaben machen und nciht immer die Klappe aufreißen gegen andere.
    bis jetzt ist bei uns doch das GTehmna erneuerbare Energie noch lange nicht genügend erforscht, wie meine beispiele zeigen.
    Umdenken in jeder beziehung ist angesagt und das müssen bei uns zuerst einmal die grünen Gegen-alles-Hetzer lernen.
    bei der ursrünglichen Grünen bewergung hieß es mal, Güter auf die Schiene, Lastwagen von den Straßen um die Umwelt zu schonen. Davon ist heute nichts mehr zu hören.
    Fangen wir mal damit wieder an
    Und Strom aus der Steckdose gibt es auch nicht, also brauchen wir modernste Kohlekraftwerke, wenn wir Atomsgtrom nicht wollen
    Warum z. b. hat Deutschland keine Wasserkraftwerke?

    Ein völlig falsches Signal ist das ständige Zahlen von den reichen industrienationen an die angeblich ärmeren Länder, damit diese ihren CO2-Ausstoß eindämmen.
    Das hat bisher nicht geklappt. Anders herum muß es gehen: Die Länder die sich nicht bewegen in dieser beziehung hab en an uns zu zahlen. Da kommen die ganz schnell in die Puschen
    Unsere Zahlungen sind kontraproduktiv, wann wird das begriffen?

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